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Schlagwort-Archive: Gesprächsanalyse

16. Nachricht von Platon an Sophie

Platon:

„Hallo Sophie,

ich habe noch einige Fragen:

1. Hatten oder haben Sie Konzentrationsprobleme?

2. Fällt es Ihnen schwer, Dinge zu Ende zu bringen, also Vorgänge zu beenden?

3. Wechseln Sie häufiger spontan von einer Tätigkeit zur anderen Tätigkeit?

4. Verspüren Sie häufiger innere Unruhe?

5. Neigen Sie zu Hyperaktivität?

6. Neigen Sie zur Tagträumerei, zum „Abschalten“? Haben Sie also bei Vorlesungen, damals in der Schulklasse oder jetzt in Besprechungen das Bedürfnis, an ganz andere Dinge zu denken, also gedanklich abzuschweifen?

7. Haben Sie in den letzten 14 Tagen etwas anderes als Nudeln und Spinat gegessen?

8. Hat sich Ihre Schlafsituation etwas verbessert?

9. Was sind Ihre typischen Beschäftigungen zwischen Dienstschluss und Dienstbeginn? Also die Dinge, die Sie in Ihrer Freizeit machen. (nur die wichtigsten Beschäftigungen nennen)

Sie können auch bei einzelnen Fragen mit Ja bzw. Nein antworten …

Mit lieben Grüßen

Platon“

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Verfasst von - 20. April 2014 in Briefe

 

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12. Nachricht von Sophie an Platon

Sophie:

„Hallo Platon,

ich hatte den Eindruck, mich heute nicht wirklich verständlich machen zu können. Daher versuche ich auf diese Art noch einmal, es „übersichtlicher“ zu machen.

Mir sind zum Arztbesuch einige Fragen gekommen: So war mir erstens nicht bewusst, dass ich „ängstlich“ wirke. Mir war die Situation extrem unangenehm, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass Ärzte meine Grenzen nicht wahrnehmen oder ignorieren. Zum anderen hatte ich nach Arztbesuchen häufiger den Eindruck, dass ich mit einem Thema aus einer Praxis komme, mit dem ich ursprünglich gar nicht in die Praxis gegangen bin. Schlicht, weil die Ärzte die „falschen“ Fragen gestellt haben und damit das Gespräch in eine ganz neue Richtung gelenkt haben – das Eigentliche ging aber unter.

Ich fand die Praxis sehr laut und unübersichtlich, das Knattern des PCs und vor allem der laute Drucker und die Gespräche aus dem Nebenraum fand ich sehr störend. Jedoch hatte ich meinerseits nicht das Gefühl, ängstlich zu sein. Überfordert – ja.

In Bezug auf die Blutprobe muss ich vielleicht auch eine Erklärung nachschieben, die für mich so offenkundig war, dass ich nicht dachte, dass ich darauf eingehen muss. Ich habe weder ein Problem mit Spritzen noch mit Blut. Auch in Bezug auf Schmerzen habe ich keine Bedenken oder was das Können der Arzthelferin anbelangt. Mir ging es lediglich darum, dass ich nicht angefasst werden wollte – und das lässt sich bei einer Blutabnahme nicht vermeiden. Wenn ich die Abnahme selbst vornehmen könnte, dürfte der Arzt soviel Blut haben, wie er möchte.

Eine weitere Frage betrifft die Vitamin-Mangelerscheinung. Die Erklärung leuchtete mir soweit ein. Allerdings verstehe ich nicht, warum das – gesetz dem Fall, dem ist so – nicht bereits weit im Vorfeld aufgefallen ist.

Nichtsdestotrotz werde ich die Tabletten nehmen. Schaden können sie offenbar nicht und vielleicht sind sie ja doch das „Wundermittel“, nach dem ich so lange suche…

Liebe Grüße,

Sophie“

 
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Verfasst von - 9. März 2014 in Alltägliches

 

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Zwischen Gedanken – Nach dem Arztbesuch – Teil II

Sophie:

Insgeheim hatte ich ja doch die Hoffnung, dass das anders ablaufen kann, wenn jemand dabei ist, der die Situation von außen steuert. Ich komme mir nach solchen Momenten immer vor wie ein Idiot. Die Tatsache, dass der Philosoph da nicht gegensteuern konnte, zeigt mir aber zumindest, dass dieses Problem in der Kommunikation tatsächlich existiert. Das diese imaginäre Glasscheibe, die zwischen mir und dem Rest der Welt zu stehen scheint, kein reines Konstrukt ist. Denn manchmal glaube ich schon, dass ich einfach nur verrückt bin…

Platon:

Ich werde mit Sophie über diesen Besuch noch ausführlicher reden. Mich interessiert ihre  Wahrnehmung und ihre Meinung. Ich habe aber auch gesehen, wie schwer ihr offenbar  der Kontakt zur Außenwelt gelingt, wenn dort normaler Alltagswusel ist. Wie sehr sie als  Fremdkörper auf ihre Mitmenschen wirkt. Und wie sehr sie missverstanden wird.

Sophie:

Es sind noch Fragen geblieben, die ich ansprechen möchte. Dinge, die ich noch nicht ganz verstehe. Zum Beispiel, warum der Arzt mich für ängstlich gehalten hat. Was ihn wohl zu dem Trugschluss gebracht hat? Und ich muss klären, ob ich wirklich der Alien bin – oder der Arzt in Teilen auch nicht adäquat reagiert hat. Ich kann das nicht beurteilen, aber ich hoffe, dass der Philosoph es kann. Ich werde die Fragen beim nächsten Mal stellen. Heute kann ich das nicht mehr.

Platon:

Diese Probleme, wie sie jetzt aufgetreten sind, betreffen nicht nur Arztbesuche, sondern wohl alle öffentlichen Plätze, wie zum  Beispiel Kaufhäuser und Lebensmittelmärkte. Und sie werden wahrscheinlich auch Folgen haben. Auch darüber werde ich noch ausführlicher mit ihr reden. Wenn sie das möchte.

 
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Verfasst von - 8. März 2014 in Zwischen Gedanken

 

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Zwischen Gedanken – nach dem Arztbesuch – Teil I

Sophie:

Das war ein Reinfall. Und irgendwie klassisch. Ich kenne solche Situationen, die sich gerade bei Ärzten bis ins Groteske steigern können. Ich komme mit einer medizinischen Frage zu Sachverhalt A, gehe aber mit einem Rezept und vielen Weisheiten zu Sachverhalt B, der eigentlich nichts mit mir zu tun hat.  Es ist – ja, frustrierend trifft es wohl. Und ermüdend.

Ich merke, dass die Wartezimmer-Situation mich geschlaucht hat. Und das Arztgespräch nur verwirrend und ermüdend war. Der Druck im Hinterkopf, der das Denken träge macht, meldet sich verstärkt. Ich bin wieder an dem Punkt bin, an dem es mir eigentlich zuviel ist. Genau das sollte ja eigentlich nicht passieren. Vor allem nicht bei Dingen, die für andere Menschen offenbar simpel und alltäglich sind.

Platon:

Ich bin unzufrieden. Wir sind keinen Schritt weiter. Ich ärgere mich auch, dass das mit dem  Brief offenbar nicht geklappt hatte. Ich wollte den Arzt ja zuvor telefonisch erreichen. Das klappte aber nicht. Darum dann der Brief. Für die Zukunft ist es ratsamer, wenn ich vorab mit dem Arzt alleine spreche.

Sophie:

Ich frage mich – wie so häufig nach solchen Situationen – was ich eigentlich an mir habe, dass ich offenbar wie ein Alien wirke. Dass es mir nicht gelingt, in einem fünfminütigen Arztgespräch die Dinge klar an den Mann zu bringen und dabei so aufzutreten, dass nicht nur mein Befinden, sondern auch meine Zustandsbeschreibung darüber in Frage gestellt wird. Ich glaube, nach so vielen Jahren, in denen sich das immer und immer wiederholt, kann ich nur schwer behaupten, dass diese kommunikativen Katastrophen die „Schuld“ der anderen seien.

Platon:

Ich hatte gehofft, dass wir zu dritt über die Schlafstörungen von Sophie reden, eventuell  medikamentöse Optionen in Betracht ziehen. Damit ihre permanente Müdigkeit gelindert  wird.

Auch Aspekte einer möglichen Mangelernährung hätte ich gerne etwas ausführlicher  besprochen. Aber offenbar ist es mir nicht gelungen, mein Problembewusstsein zu vermitteln.

 
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Verfasst von - 6. März 2014 in Zwischen Gedanken

 

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10. Nachricht von Platon an Sophie

Platon:

„Hallo Sophie,

ich freue mich, dass es Ihnen offenbar etwas besser geht.

Ich halte Sie nicht für eine Spinnerin. Ganz im Gegenteil: Ich zolle größten Respekt, wie Sie all die Jahre alles geschafft haben und so weit gekommen sind. Sie schreiben und beschreiben Ihre Situation so deutlich für mich, dass ich regelrecht miterleben und „mitfühlen“ kann.

Sie haben recht, es sollte ein Veränderungsprozess eingeleitet werden. Habe mir schon einige konkrete Gedanken dazu gemacht.

Liebe Grüße

Platon“

 
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Verfasst von - 23. Februar 2014 in Briefe

 

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10. Nachricht von Sophie an Platon

Sophie:

„Hallo Platon,

nein, nicht unangemessen. Ich wusste nur nicht, wie ich reagieren sollte. Die Matrix hat sich wohl aufgehängt… Und nein, Ihre Anfragen stören auch nicht. Ich habe ja jederzeit die Möglichkeit, den PC auszumachen. Ich habe gestern die Dunkelheit der Nacht genutzt. Rausgehen würde ich heute noch nicht, aber das Licht blendet heute nicht mehr ganz so unerträglich wie gestern. Und auch die Nachbarn waren ab 2 Uhr endlich ruhig. Ich konnte zwar nicht schlafen, aber dieses Zuviel an allem hat für ein paar Stunden aufgehört.

Normalerweise kenne ich die Anzeichen vorab ganz gut und ziehe mich selbst auf vertrautes Terrain zurück. Je früher mir das gelingt, desto geringer sind dann auch die Auswirkungen.

Die Notabschaltungen – ich weiß einfach nicht, wie ich es besser umschreiben soll – sind zum Glück selten. Die letzte war vor etwas über einem Jahr. Ich hatte ein Seminar auf einer Messe und den ganzen Tag waren sogenannte Cosplayer unterwegs, bunt kostümierte Menschen. Es war voll, laut und eine komplett verdrehte Welt. Ich habe es da eigentlich keine Stunde ausgehalten, musste aber Fotos machen. Selbst durch den Sucher der Kamera war das alles zu viel. Am Abend fuhren wir mit der Straßenbahn (was auch nicht besser ist) zurück und saßen irgendwann irgendwo in einem Restaurant, mitten im Durchgangsweg mit 20 Leuten an einem langen Tisch. Das Essen habe ich nicht angerührt. Irgendwann verschwimmen die Geräusche immer mehr, bis sie nur noch eine Art „weißes Rauschen“ sind, ich verstehe dann so gut wie kein Wort mehr. Meist bekommen die Leute um mich herum, wenn welche dabei sind, nicht davon mit, außer dass ich „still“ bin.

Ich habe leider noch kein wirklich wirksames Mittel dagegen gefunden. Ich habe eine Decke, die um die sechs Kilo wiegt, das hilft ein wenig, weil es ein begrenzender, gleichmäßiger, kontrollierter, taktiler Reiz ist, das hilft aber nur in der Anfangsphase.

Ich hoffe, Sie halten mich jetzt nicht für eine komplette Spinnerin.

Liebe Grüße

Sophie“

 
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Verfasst von - 22. Februar 2014 in Briefe

 

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9. Nachricht von Platon an Sophie

Platon:

„Hallo Sophie

jetzt bin ich unsicher, ob ich angemessen reagiere. Würde Ihnen gerne helfen, kann aber zurzeit wohl nur wenig machen. Vielleicht stören Sie sogar meine Anfragen auch, da können Sie ehrlich mit mir sein.

In jedem Fall habe ich in den letzten Wochen einen – so wie ich denke – tiefen Eindruck bekommen, wie Sie die Welt wahrnehmen und sich darin fühlen.  Kann ich Sie in irgendeiner Form unterstützen? Hilft es Ihnen, wenn Sie mir schreiben?

Platon“

Und wieder die Frage an die Leser: Welche Optionen würdet ihr vorschlagen? Tipps, Tricks, den einen oder anderen Kniff? Oder würde eine solche Situation für euch mit der gleichen Unsicherheit behaftet sein, wie sie bei Platon im ersten Abschnitt anklingt?

 
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Verfasst von - 20. Februar 2014 in Briefe

 

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9. Nachricht von Sophie an Platon

Sophie:

„Hallo Platon,

ich habe Ohrenstöpsel, die bestimmte Frequenzen rausfiltern. Das gilt aber eben nur für bestimmte Frequenzen. Das Mofa vom Nachbarn und auch dessen Traktor gehören nicht dazu. Im Moment feiern sie in der Scheune, da trifft sich gerade die halbe Dorfjugend.

Ich habe hier schon eine Folge in Dauerschleife, meine Lieblingsfolge. Allerdings steht der PC während des Abspielens so, dass ich es nicht sehe, weil es einfach zu grell war. Jetzt ist es draußen dunkel, da kann ich endlich die Monitor-Helligkeit reduzieren. In meiner alten Wohnung konnte ich in solchen Situationen die Rollläden runter lassen und die Fenster waren ziemlich schalldicht, wenn sie geschlossen waren. Hier sind die Fenster nicht so dicht und haben auch keine Rollläden. Ich habe bereits Handtücher davor gehängt, aber wirklich geholfen hat das nicht.

Nach draußen hätte ich mich so nicht gewagt. Ich kenne die Gegend kaum und hatte vorhin schon Probleme, die Apotheke wiederzufinden, weil es da so voll und laut war. Und ich weiß nicht, ob es so gut wäre, wenn mich jetzt Nachbarn ansprechen. Die sind ja alle draußen unterwegs und hier spricht jeder jeden an.

Ich mag das nicht. Aber ich muss das in den Griff bekommen. Der nächste Schritt ist dann wie eine „Notabschaltung“ vom Gehirn, dann höre ich fast gar nichts mehr und sehe sehr schlecht, habe darüber dann gar keine Kontrolle mehr. Das will ich verhindern.

Und nein, gegen das Gedankenkreisen hilft das letzten Endes nicht. Ich weiß allerdings auch nicht, inwiefern das eine aus dem anderen resultiert. 

Liebe Grüße

Sophie“

 
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Verfasst von - 18. Februar 2014 in Briefe

 

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8. Nachricht von Platon an Sophie

Platon:

„Ja, ist beantwortet.

Haben Sie eigentlich Star Trek-Folgen auf DVD, die Sie am PC anschauen könnten?
Und eine ganz profane Frage: Haben Sie Ohrenstöpsel im Haus? Können Sie Ihre Wahrnehmung dadurch reduzieren, eventuell auch durch Sonnenbrillen oder Augenklappen?

Das würde allerdings nicht gegen das Kreisen der Gedanken helfen. Vielleicht aber einige Folgen Star Trek oder einfach rausgehen und fotografieren.

Oder sehe ich das völlig falsch?“

 
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Verfasst von - 16. Februar 2014 in Briefe

 

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8. Nachricht von Sophie an Platon

Sophie:

„Hallo Platon,

Ich vermute, dass Ihre Frage, wie es mir geht, nicht als jenes anfangs beschriebenes Ritual gemeint ist?

Heute habe ich mich nicht wirklich imstande gesehen, das Haus zu verlassen. Ich musste meine Medikamente aus der Apotheke abholen, aber dafür brauchte ich gute vier Stunden Anlaufzeit. Gerade ist es ein Zwangs­Funktionieren, das ich aber nur kurz aufrecht erhalten kann. Und ja, im Grunde bin ich wahrscheinlich verunsichert. Mir fehlt der Eindruck von Sicherheit, den ich normalerweise in meiner Wohnung habe. Aber ich kann das hier noch nicht als „meine“ Wohnung akzeptieren. Ich erkenne meine Sachen, aber sie stehen an den falschen Stellen ­ das ganze neue System ist mir noch nicht vertraut und selbst, wenn ich hier bin, habe ich permanent das Gefühl, in einem fremden Raum zu sein. Es fehlt mein vertrauter Rückzugsort, der Platz, an dem ich mich blind zurecht finde und an dem nichts ist, was stört. Aber hier prasselt immer wieder etwas Neues auf mich ein.

Manchmal glaube ich, dass ich Geräusche lauter wahrnehme als andere, anders kann ich mir nicht erklären, warum sie mir so unangenehm sind, den anderen aber nichts ausmachen. Mein Nachbar schraubte gestern und heute schon den ganzen Tag an seinem Roller herum und lässt dabei den Motor laufen, dreht regelmäßig am Gashahn. Trotz geschlossener Fenster macht es mich wahnsinnig. Es ist, als wäre alles überreizt. Selbst die Geräusche, die ich kenne, erscheinen mir jetzt zu laut, wie das Miauen der Katze oder wenn sie durch die Wohnung läuft. Ich höre jeden ihrer Schritte und das Klacken der Krallen auf dem Laminat. Am schlimmsten ist es, wenn sie spielt und irgendwelche Spielmäuse fängt. Das rumpelt unglaublich und ich würde sie am liebsten rausschmeißen. Dabei kann das Tier ja gar nichts dafür.

Und auch mein Kopf gibt keine Ruhe, ­ ich mache nichts anderes als denken, doch anders als das Analysieren von Dingen außerhalb ist das ein Denken, das sich im Kreis dreht.

Beantwortet das Ihre Frage?

Liebe Grüße

Sophie“

Frage an die Leser: Was hört ihr gerade in diesem Moment? Und was nehmt ihr erst wahr, wenn ihr euch auf das reine Hören konzentriert?
Wie viele Geräusche umgeben euch, wenn ihr glaubt, dass es still ist?

 
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Verfasst von - 15. Februar 2014 in Alltägliches, Briefe

 

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