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Zwischen Gedanken – Nach dem Seminar

15 Okt

Platon

Ich hätte es wohl nicht so schnell versucht, wenn ich unsicher gewesen wäre. Wenn ich nicht daran geglaubt hätte, dass die Anwesenheit und ihre Art des Erzählens und Vortragens das Seminar ereichern würden. Und genau so war es. Sophie hat das Seminar bereichert. Die Teilnehmer sind mit einer neuartigen Erfahrung wieder nach Hause gefahren. Ich denke, dass es auch erst der Anfang war. Weitere Seminare werden folgen. Sophie wird sich immer besser darauf einstellen können.

Sophie

Acht Stunden Seminar tatsächlich überstanden. Ich merke jede einzelne Minute. Aber es ist eine andere Müdigkeit als sonst, glaube ich. Eine, die nichts von der Frustration hat, die mir sonst so geläufig ist. Eher ein „War okay, aber reicht dann auch.“

Was mir nun noch Gedanken macht, ist das Feedback. Die Teilnehmer wirkten nett und interessiert, aber  vielleicht war das auch Höflichkeit. Ist ja häufig so. Wenn man dann noch mal konkret nachfragt, kommt das große „Aber“. Und ich rechne mit vielen „Aber“. Auch der Philosoph möchte ein Feedback haben und ich bin unsicher, wie ehrlich ich sein darf. Denn außer mir scheint niemandem etwas an seiner mitunter auschweifenden Art, auf Fragen zu antworten, auszusetzen zu haben. Auch, dass er manchmal Dinge erklärt, die nicht gefragt wurden, dafür aber die eigentliche Frage unbeantwortet ließ, schien nicht aufgefallen zu sein. Und ich möchte ungern der Haarspalter sein, der wieder die Kleinigkeiten findet und daraus ein Thema macht. Und wahrscheinlich habe ich auch zu oft und zu ruppig aus dem Hintergrund kommentiert und korrigiert.

Platon

In unserer Nachbesprechung bemerke ich, dass Sophie einige Dinge anders wahrgenommen hat als ich, zum Beispiel einige Teilnehmerfragen, oder meine Antworten. Das sollte mich eigentlich nicht verwundern. Trotzdem frage ich mich, wie das möglich ist. Versuche mir vorzustellen, wie Sophie die Seminarsituation wahrnimmt. Jedenfalls bekomme ich jetzt ein Feedback von ihr, welches ich so nicht bekomme, wenn ich alleine bin. Ich hätte einige Fragen nicht beantwortet, andere schlichtweg falsch. Bei einigen Fragen wäre ich ins Schwimmen geraten, bei anderen hat sie
sich gewundert, wie geduldig ich doch gewesen wäre.

Sophie möchte im Anschluss genau wissen, ob sie sich richtig verhalten hätte, mir nicht zu oft ins Wort gefallen wäre, sie die allgemeine Atmosphäre und auch einzelne Teilnehmer richtig eingeschätzt hätte. Sie möchte auch genau die Abschlussbemerkungen erklärt bekommen. Die von den Teilnehmern am Ende ausgefüllten Semminarbewertungen liest sie sehr aufmerksam. Ich habe fast den Eindruck, dass sie die ihr entgegengebrachte Sympathie und den Respekt nicht richtig glauben kann. Ich denke, dass sie sich wohl an diese Form der Wertschätzung gewöhnen muss. Dass sie die Erfahrung einkalkulieren muss, dass sie in großen Gruppen eine anerkannte und gefragte Persönlichkeit ist.

Sophie

Während wir die Feedback-Bögen durchgehen, wundere ich mich immer mehr. Die Teilnehmer können das Seminar auf einer Skala von eins bis neun bewerten und haben dabei fast durchgehend die volle Punktzahl vergeben. Für einen Moment frage ich mich, ob sie etwas an den Bögen falsch verstanden haben, aber die sind eigentlich selbsterklärend. In den handschriftlichen Anmerkungen taucht auffallend häufig meine Name auf. Der Philosoph meint, dass ihn das alles nicht wundern würde – mich dafür schon. Denn wirklich etwas gemacht habe ich doch gar nicht. Im Gegenteil. Ich konnte ja nicht mal mein Vortragskonzept einhalten. Und rhetorisch bin ich – der Philosoph unterbricht meine „Aber“-Sagerei. Jedes meiner Argumente werde durch das Feedback widerlegt. Und die Punkte, die mir tatsächlich aufgefallen seien, sollte ich einfach im Blick behalten – für das nächste Seminar.

 

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Verfasst von - 15. Oktober 2014 in Alltägliches

 

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