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18. Nachricht von Sophie an Platon

28 Mai

Sophie:

„Hallo Platon,

seit einigen Wochen durchforste ich ja nun das Internet zum Thema Autismus und eine Sache fällt mir immer wieder auf, die mir Gedanken macht. Offenbar gibt es viele Menschen, die Autismus in einen direkten Zusammenhang sehen mit großer Gewalt und Aggression.

Ich lese von furchtbaren Verbrechen, von Menschen, die andere erschießen, erstechen und foltern – und bekomme dann die „Begründung“, dass diese Menschen so handeln würden, weil sie Autisten seien. Selbst Studien beschäftigen sich damit, ob Autismus Menschen zu Massenmördern macht.

Wahrscheinlich sollten mir diese Berichte gleichgültig sein, sie sind es aber nicht. Sie plädieren immer dafür, dass man sich anderen erklären soll, um soziale Missverständnisse zu vermeiden – aber was soll ich den Leuten erklären, wenn sie bereits durch die Medien erfahren, dass Autisten gefährlich seien? Schaffe ich damit nicht erst die Missverständnisse, die ich vermeiden will? Bin ich für andere „böse“, weil ich Autistin bin?

Autismus ist medial negativ belegt. Menschen, die man weder versteht noch mag, werden als Autisten – im psychiatrisch relevanten Sinne – bezeichnet. Das sind dann Amokläufer, Politiker, verschwenderische Bischöfe, junge Männer, die keinen Erfolg bei Frauen haben. Wenn das Verhalten nicht nachvollziehbar oder abweichend ist, dann sind die Leute eben Autisten. Als sei Autismus eine Schande, ein Makel, etwas, wofür man sich schämen muss. Ein wenig erinnert mich diese Argumentation an die Zeit, zu der in Deutschland Juden und solche, die wie Juden „aussahen“, der Sündenbock für alles waren. Mit den entsprechenden Folgen. Ich dachte, über den Stand der Diskussion seien die Menschen hinaus… Dabei fällt auf, dass die „Diagnose“ von Medienleuten getroffen wird und nicht von qualifiziertem Fachpersonal. Und dass sie in vielen Fällen nachweislich und auch bekanntermaßen schlicht falsch ist. Aber letztendlich ist das ja egal, die Botschaft ist in der Welt und wird munter und bar jeder Vernunft weiter verbreitet… So auch jetzt.

Und zu einem ganz kleinen Teil frage ich mich, ob vielleicht an diesen „Studien“ doch etwas dran sein könnte. Ich weiß von mir, dass ich nicht mal eine Fliege erschlagen kann, sondern sie lieber einfange und in die Freiheit entlasse. Ich habe noch nie bewusst einen Menschen angegriffen und verletzt und ich habe noch nie darüber nachgedacht, mit einer Waffe in meine Schule zu gehen und meine Schulkameraden zu erschießen. Ich würde nie Gewalt gegen andere Menschen anwenden, selbst dann nicht, wenn ich ihr ausgesetzt bin. Obwohl ich – traut man den Medienberichten – fast perfekt in das Profil eines Amokläufers passen würde. Einzelgänger, zurückgezogen, Mobbingopfer. Und jetzt eben auch noch Autistin. Wenn ich dann solche Studien lese, frage ich mich, ob ich Angst vor mir selbst haben muss. Bin ich allein durch eine genetische Disposition ein Schwerverbrecher? Bin ich allein durch eine Wahrnehmungsvariante des menschlichen Seins ein Killer? Kommt vielleicht der Tag, an dem sich in meinem Gehirn ein Schalter umlegt und ich – gemäß meiner Programmierung – mit einer Waffe wahllos Menschen töte? Einfach bedingt durch die Tatsache, dass ich autistisch bin? Ich las bereits von Forderungen, alle „Kranken“ für immer wegzusperren. Die Diagnose als Urteil, sperrt Personen ein, die noch nichts getan haben – sie könnten ja etwas tun. Menschen, die fordern, dass Autisten wie Hunde und Katzen gechippt und registriert werden (es gab mal eine Zeit, da hat man an bestimmte Menschen“sorten“ gelbe Sterne ausgegeben, damit sie gleich erkennbar sind. Und Registrierungsziffern auf Unterarme tätowiert…). Schöne, neue Welt…solche Forderungen sind wahrscheinlich das wirklich Kranke an der ganzen Diskussion.

Ich bin mir sicher, dass keine Störung, wie auch immer sie heißen mag, einen Menschen per se zu einem Verbrecher macht. Wäre dem so, dann wären auch an den vielen Diskussionen zu einem Verbrecher-Gen etwas dran. Und auch da weiß man, dass es Blödsinn ist. Ich denke, dass viele andere, vor allem von außen bedingte Umstände und oftmals auch winzige Faktoren dazu führen, dass ein Mensch irgendwann durchdreht. Aber wie viele schaffen durch solche Berichterstattungen eine negative, von Angst geprägte Grundstimmung, die für Autisten in erneuter Ablehnung endet? Und wie viele Autisten sammeln dann Frust, Enttäuschungen und Verletzungen an – bis sie wirklich irgendwann durchdrehen? Wenn das autistische Kind tobt, ist das für das Umfeld dann schon das Zeichen für die „gefährliche Aggressivität“? Und wie viele Kinder und auch Erwachsene glauben vielleicht, was sie immer und immer wieder in den Zeitungen lesen und handeln irgendwann so, wie es von ihnen – wenn auch im Negativen – „erwartet“ wird? Ich sehe hier ziemlich deutlich das suggestive Prinzip einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung gegeben.

Ich verstehe nicht, warum etwas wie Autismus offenbar so „attraktiv“ ist, dass es für sämtliche Verbrechen herhalten muss. Warum Autismus für viele bereits das Verbrechen an sich zu sein scheint. Einen ähnlichen Trend gab es ja auch schon mal in Bezug auf Depressionen. Von „Dummheit“ will ich eigentlich nicht reden, auch wenn mir der Begriff naheliegt. Liegt es daran, dass den Menschen Angst macht, was sie nicht verstehen können? Oder ist es einfacher, Gründe in einem „gestört“ zu finden statt der Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten? Ist Autismus vielleicht wirklich eine „Modediagnose“ – nämlich für Medienschaffende, die zwar keine Ahnung, aber ein tolles Wort für ihre Berichte haben? Auf Kosten derer, die sich sowieso schon tagtäglich durch eine nicht einfache Welt kämpfen müssen…

Ich bin kein Massenmörder und ich werde nie einer sein. Aber ich habe das Gefühl, ich werde zu einem gemacht. Und sei es nur auf dem Papier.

Liebe Grüße

Sophie“

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5 Kommentare

Verfasst von - 28. Mai 2014 in Alltägliches, Briefe

 

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5 Antworten zu “18. Nachricht von Sophie an Platon

  1. Ismael Kluever

    28. Mai 2014 at 17:39

    Liebe Sophie,
    du hast viele Fragen an Platon gestellt und auch schon selbst darauf geantwortet. Auch wenn ich nicht der Adressat deines Briefes und auch kein Psychologe bin, möchte ich mich doch mit einer Antwort versuchen.
    Zum einen haben wir es mit einem schludrigen Umgang mit Sprache zu tun. Da wird “autistisch” als Synonym für “eigenbrödlerisch”, “introvertiert”, “maulfaul” und “beratungsresistent” gebraucht. So wie viele den Begriff “schizophren” an Stelle von “widersprüchlich” oder “paradox” gebrauchen, selbst dann, wenn es sich bei dem Beschriebenen um Sachverhalte und nicht um Personen handelt. Das klingt eben interessant, deshalb sagt man es so. Es klingt einfach markanter und fällt deshalb mehr auf.
    Dass ich dem Versuch, der Sprache so mehr “Würze” zu geben, geschmacklos finde, brauche ich wohl nicht hinzuzufügen.
    Viel problematischer ist wohl der Versuch, schnelle Antworten für etwas Unbegreifliches zu finden. Wenn jemand Amok läuft, dann ist das für mich nicht zu verstehen. Zu dem Entsetzen über den Tod und die Verletzung vieler Menschen kömmt bei mir oft der Ärger darüber hinzu, dass sich der Täter meistens selber tötet oder von der Polizei erschossen wird. Dabei würde ich ihn zu gern vor Gericht sehen. Nicht der Strafe wegen, sondern um Auskunft darüber zu bekommen, was im Kopf eines solchen Menschen vor geht. Ich möchte eine Erklärung haben und bekomme keine.
    Es ist so etwas wie ein “Horror vacui”, der Angst macht, ein Schrecken vor der Leere, die nicht mit einer schlüssigen Erklärung gefüllt wird. Angst deshalb, weil man gar nicht reagieren kann und möglichen Tätern schutzlos ausgeliefert ist. Offensichtlich hilft es dann vielen, wenn sie so einen Begriff wie “Autismus” angeboten bekommen, der in der Requisitenkiste der Erklärungen bereitliegt und schnell in die Lücke der Erklärungsnot eingesetzt werden kann. Ungeachtet dessen, dass wahrscheinlich gar keine solide psychatrische Diagnose für den jeweiligen Täter vor liegt. Eine falsche Erklärung ist den Leuten lieber als gar keine, denn so können sie der Sache wenigstens einen Namen – wenn auch einen falschen! – geben.
    Das ist bitter!
    Und meine Erklärungsversuche helfen dir nicht weiter.
    Meine Antworten, liebe Sophie, sollen deshalb andere sein. Du kennst sie bereits. Du hast ja mitbekommen, dass ich an verschiedenen Stellen Kontakte zu euch Autisten geknüpft habe. Zunächst ergab sich das zufällig. Dann habe ich gezielt nach authentischen Informationen über Autismus in Blogs von euch gesucht. Und sie gefunden! Und dann kam eines zum anderen…
    Die eine Antwort auf obskure Behauptungen in der Presse ist, sich an der Quelle zu informieren. Die Informationen liefert ihr auf euren Blogs kostenlos. (Links in reicher Auswahl in der Spalte hier rechts!) Als Internetnutzer brauche ich nicht mehr zu investieren als die Zeit während einer Kaffeepause.
    Die andere Antwort ist, in den Dialog einzutreten, Kontakte zu knüpfen und, wenn es sich ergibt, Freundschaften zu schließen. Nicht deshalb, weil ihr Autisten seid, sondern weil ihr wunderbare und liebenswerte Menschen seid!
    Ganz liebe und herzliche Grüße,
    dein Ismael.
    P. s.: Mir ist aufgefallen, dass du die Vergleiche mit Antisemitismus wieder gestrichen hast. Vielleicht gut so. Vergleiche mit der Nazizeit gehen oft schief.

     
    • Anita

      29. Mai 2014 at 7:39

      Hallo Ismael,
      Menschen wie Du, die sich informieren, sind selten!!! Sehr sekteb,
      Noch seltener ist die Tatsache, dass Menschen wie Du mit daran arbeiten, für Verständnis und Übersetzung zu sorgen!!
      Das tust Du aus eigenem Antrieb. Weil Du begriffen hast, dass es notwendig ist.
      Und nun stehe ich hier, als Mutter von vier autistischen kindern und der Wahrscheinlichkeit, dass wir Eltern ebenfalls autistisch sind.
      Ich muss auf die Elternabende und anderen Eltern erklären, was es ist, dass meine Kinder anders macht!
      Und es ist ein “Speißrutenlaufen” der besonderen Art. Und die Gewissheit, etwas erreicht zu haben, die habe ich bisher nicht erfahren können.
      Nein, im Gegenteil, es kommen Autismusbeauftragte in die Schule, die extra auf die “sozialen Auffälligkeiten” aufmerksam machen und die Schwierigkeiten, die entstehen werden! Ja, Du liest richtig, WERDEN! Und ich war einfach nur noch sprachlos!
      Was in den Köpfen der anderen Eltern vorgeht, erfährt man selten oder nur hinter vorgehaltener Hand. Die Ängste sind vielfältig, am schlimmsten ist aber immer die “was passiert wenn”.
      Es gibt Diskussionen, wenn das Mobbing überhand nimmt, innerhalb der Klasse und der Elternschaft, wie die Schüler und die Eltern sich fühlen. Selten, wenn überhaupt, wird das autistische Kind hierbei im Blick behalten.
      Die Ausgrenzung in diesem Bereich ist groß. Die Ängste größer. und die Leidtragenden sind die Kinder, die der “sich selbst erfüllenden Prophezeiung” fast nur noch folgen können.
      Der Schritt zu den durchgestrichenen Passagen ist nicht weit! Absolut nicht!
      Wenn Du das erste Mal zum Rektor befohlen wirst, weil Dein Kind die Situation mal nicht mehr ausgehalten hat und IRGENDWO vorgetreten oder -geschlagen hat, dann weißt Du wovon ich rede. Es wurde niemand verletzt, außer das autistische Kind an seiner Seele! Aber die Eltern reichen Beschwerden bei der Schulleitung ein.
      Bloosplanet hat erklärt, wie solche Diskussionen stattfnden.
      Ich habe sie erlebt. Meine Kinder wurden in diese Diskussionen eingebunden!!
      DAS ist die Realität für Kinder und Eltern, die im Schulsystem stecken. Von Inklusion wenig zu spüren.
      Unterstützung erhält man in diesen Fällen selten! Auch nicht von dem Ämtern! Da kommt dann höchstens die Alternative der Unterbringung. Der Unterbringung von Menschen, die wie Sophie, das Fotobus, Mela und die vielen anderen, gut kommunizieren können, sich öffnen und um Hilfe bitten!! Menschen, die Miss(T)verständnisse, Ausgrenzung, Mobbing und Hass erleben und dem fast schutzlos ausgeliefert sind. Die in Depressionen abrutschen und nur SEIN / LEBEN wollen und Frieden haben wollen!
      Hast Du eine Ahnung, wie man diesen Kreislauf durchbrechen kann?
      Denn ich als Mutter bin mit dieser Situation alleine! Und oft sehr hilflos!
      Vielleicht magst Du mir antworten.
      Liebe Grüße
      Anita
      (die auch gespannt auf Platons Antwort ist)
      PS: Danke liebe Sophie für Deine Gedanken!

       
      • Ismael Kluever

        29. Mai 2014 at 21:29

        Liebe Anita,
        du schreibst: „Hast Du eine Ahnung, wie man diesen Kreislauf durchbrechen kann?
        Denn ich als Mutter bin mit dieser Situation alleine! Und oft sehr hilflos!“
        Zu gern würde ich dir nun mit Rat und Tat zur Seite stehen! Nur bin ich genau so ratlos wie du!
        Ich schrieb ja, dass ich kein Psychologe bin. Und ich bin auch kein Pädagoge. Ich bin nicht mal „sozial engagiert“, oder wie man es auch bezeichnen mag.
        Nein, ich habe einfach nur zufällig irgendwo einen Blogpost entdeckt, und mich dann mit der Autorin angefreundet. Ich fand es einfach sympathisch, wie sie schrieb. Ja, ich hab mir ein paar wenige Basics angelesen. Aber das ist marginal.
        Das Entscheidende ist, dass ich diese Menschen mag (inzwischen sind es ja ein paar mehr geworden).
        Ich bin ja in diese Problematik gar nicht involviert. Es sind ja nur Internetfreundschaften. Ich gehe mit diesen Leuten nicht zum Arzt und nicht zum Einkaufen. Ich muss niemanden durch die Schule lotsen oder auf einer Großveranstaltung begleiten. Aus dieser Situation heraus billige Kommentare und Ratschläge abzugeben, wäre all zu einfach. Ohne jedes Risiko für mich, aber verletzend für euch, wenn es nicht der Sache entspricht.
        Aber vielleicht kann meine Begegnung mit diesen Menschen doch einen Denkanstoß geben. Ich kann falsch liegen, stelle das jetzt also nur mal zur Diskussion.
        Also: ich habe nicht „den Autismus“ und auch nicht „die Autisten“ kennengelernt.
        Sondern zunächst mal eine junge Frau. Sie hat nicht über Autismus doziert (obwohl sie das könnte), sondern von sich erzählt. Keinem Auditorium, sondern mir, dem bedeutungslosen Blogger Ismael. Und ich habe ihr aus meiner individuellen Lebenswelt erzählt. Eine unspektakuläre, „ganz normale“ Freundschaft zwischen zwei Menschen, die sich im Real Life nie gesehen haben. Mehr nicht.
        Aber das hat bei mir jene Dinge ausgelöst, die ich oben beschrieben habe: das ich mir ein paar leicht zugängliche Informationen angeeignet habe (ich habe nichts „studiert“!) und dass ich, so wie hier jetzt gerade, in einen Dialog eingetreten bin.
        Wäre das auch woanders denkbar?
        Wäre es möglich, dass ein autistisches Kind in der Klasse eine(!) Freundschaft mit einem(!) Mitschüler schließt, dass diese Tatsache aber auf das Klassenklima „ausstrahlt“? Nun, Freundschaften kann mal als Eltern und Lehrer nicht arrangieren. Aber vielleicht fördern?
        Wäre es sinnvoll, nicht (nur) die Elternschaft auf dem Elternabend zu informieren, sondern eine(!) andere Familie eingehender in die Situation einzuweihen? Das hat nach meiner Erfahrung mehr Wirkung als sich vor die Meute hinzustellen und zu sagen: „Nun hört mal alle zu!“
        Allerdings sind dazu funktionierende informelle Netzwerke nötig. Und die kann man auch nicht erzwingen. Aber wenn es einige souveräne Persönlichkeiten in der Schüler- und Elternschaft gibt, dann können die einen unglaublichen Einfluss auf die ganze Atmosphäre in der Klasse haben.Leider ist es umgekehrt auch so. wenn ein parr Stinkstifel (RW) das sagen haben, wird schnell gemobt.
        Hmm, es sind unreife Gedanken von mir, ich merke es selbst. Wie gesagt, ich bin kein Fachmann. Nur ein Vater einer Tochter, die etwas jünger als Sophie ist.

         
  2. Anita

    30. Mai 2014 at 9:10

    Hallo Ismael,

    Danke für Deine ehrliche Antwort.

    Zitat: „Wäre es möglich, dass ein autistisches Kind in der Klasse eine(!) Freundschaft mit einem(!) Mitschüler schließt, dass diese Tatsache aber auf das Klassenklima “ausstrahlt”? Nun, Freundschaften kann mal als Eltern und Lehrer nicht arrangieren. Aber vielleicht fördern?
    Wäre es sinnvoll, nicht (nur) die Elternschaft auf dem Elternabend zu informieren, sondern eine(!) andere Familie eingehender in die Situation einzuweihen? Das hat nach meiner Erfahrung mehr Wirkung als sich vor die Meute hinzustellen und zu sagen: “Nun hört mal alle zu!”“

    Ja, dies ist möglich. Es benötigt aber viel Zeit!

    Zitat: „Allerdings sind dazu funktionierende informelle Netzwerke nötig. “

    Und daran hapert es sehr, denn die Lehrerschaft ist hier maßgeblich gefordert. Und oftmals leider überfordert!

    Und wenn man, wie wir einer Schule zugewiesen wird und niemanden kennt, ist das erstmal von Vorteil (keine alten Vorurteile die Person betreffend) und dann von Nachteil da weite Wege (20 – 30 km zum nächsten Elternpaar/Schüler). Und wenn dies dann geschieht, wie bei uns, wenn die Schüler sich im Altersspektrum 15 Jahre aufwärts sich befinden, dann ist das Kontakte knüpfen sehr schwierig. Vor allem, wenn ich als Mutter da wahrlich kein Meister drin bin. Denn da ähnel ich meinen Kindern so sehr!

    Psyhologen, Pädagogen und weitere Fachleute sind übrigens nicht immer die besten Ratgeber. Gesunder Menschenverstand und das Gefühl für Ungerechtigkeit bzw. das Gefühl für die Notwendigkeit der Hilfe ist oftmals ein besserer Ratgeber. 😉

    „Billige“ Ratschläge habe ich von Dir noch nie gelesen. Im Gegenteil waren es für mich Gedankenanregungen zum selberdenken. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

    Auch Posts, die voreilige, sensotionslüsterne Journalisten zur Ordnung rufen, sind sehr wichtig.

     

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