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Zwischen Gedanken – Die anstehende Autofahrt

24 Apr

Sophie:

Zu einem gemeinsamen Termin möchte der Philosoph nur mit einem Auto fahren. Seinem. Ein Blick auf die Karte zeigt mir, dass die Fahrt diesmal nicht nur 500 Meter geht und somit beginnt für mich das Grübeln. Ich fahre lieber mit meinem eigenen Auto, unter normalen Umständen. Mein Wagen ist meine Sicherheit, dass ich im schlimmsten Fall aus jeder Situation heraus die Flucht ergreifen kann. Das geht aber nicht, wenn ich an Zug oder andere Menschen gebunden bin.

Dazu kommt noch die Frage nach der Fahrsicherheit. Ich bin eine sehr umsichtige Fahrerin, übertrete bewusst nie die Geschwindigkeit, fahre nach Vorschrift. Beim Philosophen weiß ich, dass er eine durchaus… kreative Auslegung der Straßenverkehrsordnung hat.

Platon:

Eine Autofahrt mit Sophie steht an. Ich werde fahren. Eigentlich fahre ich immer am liebsten selbst. Dann fühle ich mich sicherer. Ausnahmen sind unter anderem natürlich Fahrten, bei denen ich von irgendwelchen Events oder Feiern nach Hause gebracht werde, da ich selber dann den Zustand der gesetzlich festgelegten Fahruntüchtigkeit erlangt habe. Dann bin ich auch gerne Beifahrer. Sophie hatte einmal kurz angeboten, dass ich bei ihr mitfahren könne. Sie hatte mir zuvor von ihrer Art zu fahren berichtet. Unglaublich spannend. Dankend hatte ich dann abgelehnt. Ich habe mir aber fest vorgenommen, einmal mit ihr zu fahren und zwar dann ich als Beifahrer in ihrem Auto.
Ich fahre viele Kilometer im Jahr, sehr viele. Aus beruflichen und auch privaten Gründen. Das kostet mich nicht nur viel Sprit, sondern auch Zeit. Daher nutze ich die Zeit für Telefonate und das Planen der nächsten Sitzungen, Besuche und Tage. Aber auch meine kreativen Gedanken entwickeln sich beim Autofahren sehr gut. Viele meiner Ideen und Projekte entstehen gedanklich während einsamer Fahrten durch die Weite der norddeutschen Landschaften. Oft kann ich mich an die Einzelheiten der Fahrt nicht mehr im Geringsten erinnern. Ich verfahre mich allerdings selten, benutze so gut wie nie mein Navi. Gerne fahre ich auch zu einer Burger-Bude und hole mir noch schnell einige Cheese- oder Chiliburger, Pommes und eine Cola-Light. Das gönne ich mir dann, vorzugsweise auf längeren Fahrten.

Sophie:

Erst vor kurzem wurde der Philosoph geblitzt. Passenderweise mit dem Handy am Ohr. Ich musste ja erst lachen, habe ihm dann aber erklärt, dass die Verkehrsregeln nicht zum Spaß da sind. Und das Telefonieren während der Fahrt gefährlich ist. Wobei mir auch klar war, dass meine Erklärung vielleicht nicht unbedingt auf taube Ohren, aber keinesfalls auf Einsicht stoßen wird. Die Bestätigung erhielt ich nur wenige Tage später, als mich eine Anfrage des Philosophen per SMS erreichte. Ich antwortete auf die Frage und erhielt eine weitere Nachricht mit dem Nebensatz, dass er gerade mit 120 Stundenkilometern auf der Autobahn unterwegs sei. Ich wies ihn daraufhin, dass die Nutzung des Mobiltelefons während der Fahrt gefährlich ist und dass ich erst antworten weiter antworten werde, wenn er nicht mehr hinterm Steuer sitzt. Die folgende Nachricht, dass er ja nicht am Mobiltelefon, sondern am Tablet tippen würde, machte es nicht besser.

Ich fahre gerne Auto, vor allem auf der Autobahn. Am liebsten lange Strecken, wenig Kurven, ein steter Verkehrsfluß. In Städten muss ich mich extrem konzentrieren, das wird teils zu viel. Und ich achte penibel auf die Einhaltung der StVO. Deswegen werde ich auch oft überholt, auch innerorts, denn ich fahre dort 30, wo auch 30 ausgeschildert ist. Lieber noch 29, auf keinen Fall 31. Mein Fahrlehrer meinte einmal, dass er langfristig wohl – trotz meines vorschriftmäßigen Fahrens – wahnsinnig werden würde, müsste er permanent hinter mir fahren.

Ich frage mich gerade ernsthaft, ob die längere Autofahrt mit dem Philosophen ein Sicherheitsrisiko darstellt. Und gleichzeitig mache ich mir Sorgen, dass ich mir meine Bemerkungen vom Beifahrersitz aus nicht verkneifen kann – und irgendwann auf offener Strecke wegen hoher Nervigkeit rausgeschmissen werde…

Platon:

Die meiste Zeit meiner Autofahrten verbringe ich in einem Trance-ähnlichen Zustand. Ich steuere den Wagen hochgradig unterbewußt und intuitiv. Ich bremse wenig, versuche so gut es geht im Fluss zu bleiben. Erstaunlicherweise habe ich bisher wenig Straftmandate erhalten, obwohl ich eigentlich immer innerorts und in Tempo 70-Zonen zu schnell fahre. Aber nicht viel zu schnell. Kürzlich bin ich einmal beim Telefonieren (Handy am Ohr) und zu schnell in der Tempo-30-Zone geblitzt worden.

Ich habe noch nie – und ich klopfe jetzt beim Schreiben dreimal auf Holz – einen Unfall gebaut. War auch nicht darin verwickelt, weil ich immer noch schnell die Kurve gekratzt habe. Ich halte mich überwiegend an die Verkehrsregeln, bin manchmal ungeduldig, drängle sogar, wenn ich es eilig habe und fahre auch meistens auf meiner Fahrspur. Autofahren macht mir Spass und entspannt mich total. Und jetzt steht eine Autofahrt mit Sophie an.

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5 Kommentare

Verfasst von - 24. April 2014 in Alltägliches

 

5 Antworten zu “Zwischen Gedanken – Die anstehende Autofahrt

  1. Photon

    24. April 2014 at 10:48

    Dabei ist die korrekte Fahrweise doch, exakt 10 km/h über der erlaubten Geschwindigkeitsbegrenzung zu fahren 😉

    SMS tippen beim Autofahren? Himmel hilf, das zu lesen macht einen ganz kribbelig.

     
  2. OP-Tisch-Pilotin

    24. April 2014 at 12:12

    Es geht aber noch schlimmer. Ich hatte letztes Schujahr eine Schulbusfahrerin, die schrecklich langsam fuhr. Und sich nichtmal auskannte. So schlichen wir viiiiiiieeeel zu langsam (im Sommer bei verdammter Hitze undin einem sehr ungepflegten Auto) durch irgendwelche Alleen, angeblich sei es „der kürzeste Weg“. Ende vom Lied war, dass ich völlig fertig und übermüdet nach fast anderthalb Stunden Autofahrt Zuhause ins Bett gefallen bin. Immer, wenn mich die Olle abgeholt hat. Ich bin dankbar, dass das Fahrdienstunternehmen gewechselt wurde, gab da noch mehr unmögliche Erlebnisse….

     
  3. Kakerlake

    27. April 2014 at 17:31

    Hallo Sophie,

    ich kann Dein Unbehagen absolut nachvollziehen. Auch ich fahre lieber mit meinem eigenen Auto irgendwo hin. Denn mein Auto ist meine „Fluchtkapsel“…. Ich möchte unabhängig sein und nicht drauf angewiesen von jemanden mitgenommen zu werden.
    Natürlich könnte ich theoretisch auch mit Bahn oder Bus retour fahren…aaaber das schaffe ich einfach nicht. Wenn ich sowieso schon gestresst bin, dann brauche ich meine Ruhe…in einem geschützten Raum…am besten einen, der mir vertraut ist. Und das ist mein Auto.
    Es gibt für mich jedoch noch einen anderen Grund mit dem eigenen Auto zu fahren: Mein „Gepäck“. Und damit sind all die Dinge gemeint, die ich für den Notfall brauche.
    Z.B. zwei Decken…ein oder zwei Kissen, eine zweite Garnitur Kleidung, inklusive Schuhe (natürlich jeweils für warmes und für kaltes Wetter)(also eigentlich ZWEI Garnituren Kleidung).Des Weiteren ein Buch, Schreibzeug (Kuli UND Bleistift…denn Kulis versagen auch mal den Dienst), einen USB Stick mit meinen wichtigsten Daten und Projekten, eine Gartenschere, mehrere verschieden große Plastiktüten, eine Hundeleine, ein Pferdehalfter, einen Führstrick. Ein 30 m langes Bergsteigerseil (hat mein Auto in Griechenland schon mal vor dem Absturz bewahrt…) mit wirklich starken Karabinerhaken, eine Kerze, natürlich Sturmstreichhölzer. Eine große regendichte Zeltplane, einen „Möbelhund“ (um große sehr schwere Gegenstände zu transportieren), Taschenlampe, Teebeutel, Thermoskanne, einen kleinen Eimer, Klopapier, Kleingeld, zwei Thermobecher, Kekse, Traubenzucker, ein Brecheisen, Handtücher, 2 große gefüllte Wasserflaschen, Zahnbürste, Zahnpasta, Nagelfeile, Schere, Tesakrepp, ein paar blanko Briefumschläge, Löffel, Brotmesser, Gabel, Taschenmesser, diverse Haken, Schnur, einen kleinen Spiegel, Kamm, Verlängerungskabel (20m), Fächer, Jacke, Kombizange, Kamera, mehrere Akkus, Akkuladegerät, Starthilfekabel, Abschleppseil, 18-26er Schraubenschlüssel (Maul- und Ring-)….
    Tja, das sind so die wichtigsten Dinge, auf die ich nicht verzichten möchte. Und die sind nun mal nur im eigenen Auto zu transportieren. Falls nicht, müsste ich jedes Mal drei große Koffer mitschleppen. (Oder eher vier!).
    Und das lässt sich immer nur schwer erklären, wenn mich jemand für ne Fahrt von nur wenigen Kilometern mitnimmt….

    Kakerlake

     
  4. Anita

    30. April 2014 at 11:14

    Oh oh, SMS am Steuer, mir wird schlecht. Ebenso telefonieren ohne Freisprechanlage.
    Ich würde sofort aussteigen. Bzw. gar nicht erst einsteigen.
    Und überhaupt, mein Auto, meine Sicherheit und rechts kein Loch im Bodenblech, weil ich dauernd bremsen “muss”.
    Selbst auf Fahrten mit meinem eigenen Mann bin ich an schlechten Tagen so angespannt, dass ich vollkommen fertig aussteige, sobald wir angekommen sind. Es kostet wahnsinnig Kraft.
    @ Photon
    man sagt, ca. 5 km/h über Tacho, da von einer Tachoabweichung von ca. 10 % auszugehen ist. Kann man mit einem guten Navi kontrollieren. 💡
    Also knapp über dem Strichwert dürfte passen.
    @ Kakerlake
    mein Notfall-Paket ist kleiner als Deins. Aber mein Mann beschwert sich immer über die volle Kiste, die unnötig Sprit kostet. 😆 Ohne bin ich aber sehr unruhig. Zwingend drin war allerdings über 15 Jahre ein voller Ersatzkanister. Ich hatte mal vor ewigen Zeiten ein Auto, dass weder über eine funktionierende Tankanzeige verfügte, noch über den Tageskilometerzähler gut ausrechenbar war.

     
  5. kiwigirl

    1. August 2014 at 16:17

    haha mich erinnert der text daran, als ich alleine im dienst war 9 kindern also ins auto packen musste, mit einem so großen wagen, war ich zuvor nie gefahren, demnach fuhr ich wirklich maximal langsam und wurde dann von der polizei wegen zu langsam fahren angehalten, sie hatten jedoch nicht bedacht, dass ich auch maximal genervt war, sie liesen mich fahren und die kiddies hatten ihren spaß, weil die sonst so ruhige und kontrollierte betreuerin sich so dermaßen aufregte 😀

     

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