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Zwischen Gedanken – Nach dem Kochen

17 Apr

Sophie:

Nachdem der Philosoph gegangen ist, stehe ich etwas ratlos vor den beiden Töpfen. Schließlich mache ich das, was ich immer mache und fülle Wasser in den mit den Spinatresten. So trocknet erst mal nichts an. Aber ich glaube, ich bleibe weiterhin bei meiner Ein-Topf-Methode. Das Ergebnis ist das gleiche und es scheint mir effizienter zu sein.

Nach wenigen Stunden merke ich, dass etwas nicht stimmt. Ich kann nicht genau einordnen, was es ist und benutzte eine bewährte Taktik: Nach und nach werden einzelne Körperregionen durchgegangen und auf ihre korrekte Funktionalität überprüft. Findet sich hier nichts Auffälliges, widme ich mich äußeren Faktoren und schaue, ob irgendetwas ist, was unter Umständen eine Reaktion hervorrufen könnte. Allerdings ist in diesem Fall der Urheber relativ schnell gefunden – offenbar vertrage ich das Mittagessen nicht.

Platon:

Ob man das Ganze nun „kochen“ oder „zubereiten“nennen möchte, ist letztlich unerheblich. Für mich sind jedoch bei dieser ganzen Thematik zwei Faktoren von besonderem Interesse:
1. das Zubereiten der Nahrungsmittel von Sophie überhaupt einmal  miterleben zu dürfen.
2. Möglichkeiten zu finden, die tägliche Ernährung qualitativ zu bereichern.

Punkt eins ist uns wohl teilweise geglückt und war zwischenzeitlich sogar von Heiterkeit geprägt, aber auch von Irritationen. Mir ist aber auch klarer geworden, dass bestimmte Routinen von Sophie durchaus sinnvoll sind, auch wenn ich sie für unvorteilhaft halte. Sophie möchte etwas ändern, aber es muss ein Weg sein, den sie selbt einschlagen will und kann. Sophies Körpergewicht  nimmt von Woche zu Woche ab, da sollte schon irgendwann von ihr  gegengesteuert werden. Sophie hat offenbar weniger Empfindung für Hunger, Durst, Kälte, Wärme. Es geht ums Optimieren der bestehenden Ressourcen und Fähigkeiten. Es geht um ihre unendliche große permanente Müdigkeit, die sie überwinden möchte.

Sophie:

Die Nacht wird zur Tortur. Irgendwas scheint komplett aus dem Gleichgewicht geraten zu sein – wenn da denn mal eines war. Ich schlafe kaum und noch unruhiger als sonst. Der Philosoph vermutet, dass meine Probleme vom Öl kommen. Ich bin erst verwundert, denn solche Wirkungen hätte ich eher vermutet, wenn ich eine ganze Flasche davon getrunken hätte. Dass die paar Tropfen solch eine Wirkung haben, erstaunt mich. Wenn das der Preis für Varianz bei Lebensmitteln ist, weiß ich nicht, ob das mein Weg ist. Mir ist bewusst, dass die Einseitigkeit der Lebensmittel auf Dauer ungünstig wird – oder bereits ist. Wenn mein Körper sich aber dann auch noch gegen die Lebensmittel wehrt – und das sehr nachdrücklich – dann läuft irgendetwas schief.

Platon:

Punkt zwei ist leider zunächst gescheitert. Selbst winzigste Mengen vom Öl an den Nudeln haben offenbar sehr schnell zu erheblichen Verdauungsproblemen geführt. Andererseits zeigt dieser Versuch offenbar, wie einseitig die Verdauungsfunktionen von Sophie mittlerweile nur noch arbeiten. Fette können vermutlich nicht mehr richtig verarbeitet werden.

Ein wichtiger Faktor des allgemeinen Wohlbefindens ist unter anderem auch die Ernährung. Ich versuche, die richtige Balance zu finden zwischen „positiv motivieren und unterstützen“ und „nicht auf die Nerven gehen“. Denn Interventionen mit Öl, Käse und ähnlichen natürlichen Lebensmitteln sind aus meiner Sicht vorrangig und auch wesentlich harmloser als Versuche mit Medikamenten. Vor allem dann, wenn die aktuelle Nahrungsmittelzufuhr sehr einseitig ist.

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3 Antworten zu “Zwischen Gedanken – Nach dem Kochen

  1. Mueller7de

    17. April 2014 at 9:56

    Ich hoffe, ich gehe Euch mit meinen vielen Kommentaren nicht auf die Nerven. Ich nehme auf verschiedenen Ebenen (emotional, aber auch abstrakt) sehr regen Anteil. Meine Kommentare sollen nützlich sein, wenn möglich.

    Das Folgende ist meine Erfahrung, statistisch relevante Werte habe ich nicht.

    Wohlan: Nach einer langen Zeit des „wenig Essens“, kann der Bauch nur wenig vertragen, in geringer Varianz. Er muss lernen, die neuen Mengen und Qualitäten zu verarbeiten und nicht gleich rauszuschmeißen. Ich dachte gleich „Öl? Das kann durchschlagende Wirkung (rw) haben.“ Da aber nicht alle Menschen gleich sind, hoffte ich, dass das Öl einfach mal „reingeht“ und keinen Ärger macht. Kleiner Tipp: Wenn der Geruch unangenehm ist, dann kann das eine Botschaft des Körpers sein, dass er das nicht will. Muss aber nicht.

    Obwohl ich schon viele Monate wieder übe, mehr und kalorienreicher zu essen, gibt es immernoch sehr viele Sachen, die ich einfach nicht vertrage. So könnte ich keinesfalls Eis essen, oder Kaltes trinken. Mir wird dann sofort schlecht. Der Punkt ist, dass man mühsam herausfinden muss, was man jetzt „schon“ verträgt und was nicht. Dieser Punkt ist aber „interim“, was ich im Kaloriengleichgewicht vertragen werde, kann ich jetzt noch nicht sagen.

    Inzwischen vertrage ich wieder: Belegte Brote, Pellkartoffeln mit einer kleinen Menge Quark, Kartoffelpüree (kein Pulver), Nudeln mit wenig Soße, Bananen, Kiwi und Mandarinen. Ganz selten habe ich Heißhunger auf Fleisch, dann vertrage ich es auch.

    Man muss langsam herausfinden, wie sich die Menge an Kalorien schrittweise erhöhen lässt. Ich kann zum Beispiel (nach langem Üben und suchen) einen Löffel Knoblauchöl an mein Pfannengemüse mischen, ohne dass mir wieder schlecht wird.

    Während ich das schreibe fällt mir auf, dass es sicher Fachleute gibt, die sich in dem Bereich gut auskennen. Weiß jemand, wen man fragen kann?

     
  2. Reiner Sauer

    17. April 2014 at 12:49

    „die Lebensmittel“ gibt es nicht! Liebe Sophie. Das ist ein kapitaler Trugschluss. Weil die Menschen nicht gleich sind! wie uns leider oft von ausgemachten Dummköpfen suggeriert wird.
    Wir sind so verschieden, dass wir uns oft nicht einmal riechen können! Das müssen wir akzeptieren. Wir haben gleiche Rechte! das ist aber etwas ganz anderes. Das besagt auch, dass wir, jeder, das Recht haben, die Lebensmittel zu essen, die uns gut tun! Das kann aber nur jeder selbst herausfinden und wissen! Schon der „unangenehme“ Geruch war demnach ein sehr deutlicher Hinweis. Wenn ein Geruch schnell verfliegt, besagt das garnichts. Aber mach den Test mit dem Öl, nimm einen kleine Menge, riech zuerst daran, meistens weiß man dann schon in welche Kategorie das Lebensmittel gehört, Magen oder Müll, und dann koste ein wenig davon. Das braucht nicht geschluckt werden. Im Magen gibt es keinen Geschmacksinne. Wenn es in Nase, Gaumen und Mund nicht taugt dann auch nicht in Magen und Darm.

     
  3. Reiner Sauer

    17. April 2014 at 20:32

    „Denn Interventionen mit Öl, Käse und ähnlichen natürlichen Lebensmitteln…“
    Ich muss mich mäßigen wenn ich das lese.

    Öl und Käse sind keine natürlichen Lebensmittel!
    Weder Öl noch Käse kann Mann oder Frau in der Natur finden und Sammeln und zu sich nehmen. Natürliche Lebensmittel sind aber ausnahmslos solche die natürlich in der Natur vorkommen, eben dort Wachsen und eingesammelt werden können. Öl gibt es nicht in der Natur. Wir können Oliven essen, die wachsen an Bäumen. Aber Olivenöl hängt nicht in Flaschen abgefüllt an Ästen. Und Rabsöl schon garnicht. Rabsöl ist ein hochkonzentrierte Sache, die in der Natur so nicht vorkommt. Dazu muss man sich nur vorstellen wieviel Rabs-Samen jemand pflücken und essen muss um etwa ein Schnapsglas hochkonzentriertes Rabsöl in den Bauch zu kriegen, oder wieviel Oliven ergeben ein Schnapsglas Öl? Käse. Käse wächst schon garnichtnirgendwo. Auch nicht im Euter wo die Milch für den Käse heranwächst. Aber Milch ist natürlich kein natürliches Lebensmittel, das dürfte sich mittlerweile auch unter Laktose-Toleranten herumgesprochen haben. Milch vertragen nur, und ich sage das mal jetzt ganz drastisch wie es ist, Milch vertragen nur an Milch adaptierte, gezüchtete Menschen. Harte Nummer, aber es ist so. Milch gehört erst seit der Mensch Vieh hält zum Nahrungsangebot von Bauern. Damit Milch verdaut werden kann bedurfte es einer genetischen Veränderung des Körpers. Im weiteren Sinne ist das Züchtung. Auch wenn das kein bewusstes Zuchtziel war, es hat sich so ergeben durch ständige Zufütterung mit Milch. Die Kinder, die das nicht vertragen haben sind schnell gestorben! Das war knallharte Selektion! Glück hatten nur jene, die keine Milch zur Verfügung hatten und ausschließlich mit Muttermilch ernährt wurden, bis sie alt genug waren andere Nahrung zu verwerten. Das sind jene die heute noch eine „natürliche“ Laktose-Intolleranz haben und um Milchprodukte einen großen Bogen machen, machen müssen. Bei Käse ist das ein bisschen komplizierter, weil die Milch chemisch erheblich verändert wurde. Aber das ist nicht mein Thema.
    Also, natürlich kann nur das genannt werden, was auch natürlich vorkommt und unverändert gegessen werden kann. Einige Lebensmittel müssen gekocht oder sonstwie aufbereitet werden, weil sie sonst giftig sind. Die rohe Kartoffel nur als Beispiel dafür! Und und und. Ein langes Thema.
    Aber eine Grundregel für die gesunde, natürliche Ernährung ist, alles was ich selbst sammeln kann oder könnte, was auf Bäumen und Sträuchern wächst und direkt gegessen werden kann ist in aller Regel ungefährlich und daran können wir uns auch nicht überfuttern. Niemand wird von Äpfeln, Bananen, Beeren und was auch immer für Früchten, Nüssen und allgemein Obst und Gemüse Dick und Fett oder bekommt eine andere moderne Zivilisationskrankheit wie Diabetes oder Herzbeschwerden….
    Um eine Lebensmittelunverträglichkeit festzustellen sollten also zuerst alle wirklich unnatürlichen, „gemachten“ Lebensmittel weggelassen werden. Und dann langsam durch ausprobieren herantasten an das Verträgliche, das dann auch mit großer Wahrscheinlichkeit schmeckt. Die Reduzierung der Lebensmittel auf einige wenige, die gut schmecken und bekommen, ist kein falscher Weg. Dann eben Wirsing, Morgens, Mittag und Abends. Und wenn sein muss drei Wochen lang. Oder Oder Oder. Gefährlich sind vor allem alle künstlichen Lebensmittel, alle veränderten Lebenmittel und damit auch alle konzentrierten Lebensmittel. Wurst und Käse ist nichts natürliches. Und die meisten sind so mit Chemie versaut, dass sie kaum noch Lebensmittel genannt werden sollten. Ungefährlich sind in aller Regel auch alle Vollkornprodukte, weil das Körnchen wächst auch einfach so an der Ähre und nicht in Tüten. Brot allerdings hängt wieder nicht an Bäumen, da muss man sich rantasten was verträglich ist. Und zum Schluß, auch Wasser ist nicht gleich Wasser. Auch da sollte sehr auf den Geschmack geachtet werden nicht alles Wasser ist gesund und verträglich!

     

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