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Das Kochen – Teil I

13 Apr

Sophie:

Kochen ist etwas, was ich nicht kann. Was ich wirklich nicht kann. Selbst simple Dinge wie „Ofen vorheizen – Irgendwas Backbares in den Ofen schieben – die Zeit abwarten – Ofen ausmachen“ enden in einer Brickett-Vorstufe. Und seitdem sich meine Herdplatte vor einem Jahr in Flammen auflöste (und meine halbe Wohnung gleich mitnahm), habe ich sowieso ein gestörtes Verhältnis zu Küchengeräten jeglicher Art. Selbst die Mikrowelle betrachte ich seitdem mit Misstrauen und habe sie schließlich auf den Dachboden verbannt.

Es ist mir ein absolutes Rätsel, wie es manchen Menschen gelingt, über Stunden am Herd in der Küche zu stehen, nur um etwas zu produzieren, was der Nahrungszufuhr dient. Ich verbringe ja auch keine Stunden an der Tankstelle, um meinen Wagen zu betanken.

Der Philosoph fragte mich danach, wie ich mein Essen zubereite. Nicht was, sondern wie. Was in ziemlich heiteren zehn Minuten endete. Mir ist durchaus bewusst, dass mein Zubereitungsstil (von „Kochen“ kann wohl nicht die Rede sein) jede Hausfrau in den Wahnsinn treiben würde. Als er fragte, ob er sich das mal live und in Farbe anschauen dürfte, war ich erst unschlüssig. Schließlich führt man nicht jedem seine geballte Inkompetenz vor.

Platon:

Kochen ist für Sophie wohl eher ein lästiges Thema. Trotzdem habe ich sie bisher noch nicht so ausgelassen und laut lachen hören, wie bei der Schilderung ihrer Kochbemühungen. „Kochen“ ist eigentlich das falsche Wort, es sollte besser „Zubereiten“ genannt werden.

Sie nimmt um Punkt 13 Uhr eine Handvoll Nudeln, wirft diese in einen kleinen Topf mit kaltem Wasser und dreht dann den Herd an. Um 13.12 Uhr werden dann die Nudeln abgegossen. Danach wird der gefrorene Spinat über die Nudeln gestreut und gerührt, bis der Spinat aufgetaut ist. Um Punkt 13.15 Uhr werden dann aus einer ganz bestimmten Schale die Spinatnudeln gegessen. So ist der Ablauf bisher.

Sophie:

Eigentlich war abgemacht, dass alles so bleibt, wie ich es immer mache. Aber der Philosoph wäre nicht der Philosoph, wenn er nicht doch irgendetwas ändern würde. Zuerst kommt ein zweiter Topf ins Spiel – für einen Moment bin ich mit den unterschiedlichen Größen überfordert. Was soll nun in den großen, was in den kleinen Topf? Und warum überhaupt zwei? Mit einem klappte es bislang doch ganz gut.

Dann sieht er den mir bis dato rätselhaften roten Punkt auf den rechten Herdplatten und meint, dass es da noch schneller ginge. Wieder was gelernt. Aber zu den zwei Töpfen kommt jetzt noch die falsche Seite am Herd. Normalerweise steht ein Topf links vorne, nicht zwei Töpfe rechts. Und wenn es rechts schneller geht als links, dann bekomme ich ein Problem mit der Zeit. Ich muss umdisponieren. An einem schlechten Tag wäre das nicht möglich gewesen. Ich hoffe, ihm fällt nicht noch irgendwas ein.

Platon:

Ich habe jetzt Sophie gefragt, ob ich einmal beim Kochen dabei sein kann. Sie willigt ein.

Ich frage, ob sie schon einmal mit jemandem gekocht habe. Nein, noch nie. Wir einigen uns darauf, dass sie kocht und ich lediglich zuschaue. Und, dass es so abläuft, wie sie es bisher gemacht hat, vielleicht nur mit kleinen Änderungen. Ich schlage allerdings im Vorfeld vor, dass Sie den Spinat in einem weiteren Topf erwärmt. Und dass die Nudeln mit etwas Öl angereichert werden. Dazu habe ich Rapsöl mitgebracht.

 

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13 Kommentare

Verfasst von - 13. April 2014 in Alltägliches, Die Sitzungen

 

13 Antworten zu “Das Kochen – Teil I

  1. Reiner Sauer

    13. April 2014 at 9:22

    …ach das hätte ich gerne auch, wenigstens als Film, gesehen…
    aber Öl an die Nudeln, das ist eine Todsünde! Ich nehme an damit sie besser rutschen?
    verzeiht mir und lasst es euch schmecken.

     
  2. Mueller7de

    13. April 2014 at 11:21

    Einen 2. Topf? Das erhöht die Topf Abwaschrate um 50 Prozent!
    Öl ans Nudelwasser hat zur Folge, dass man den Topf warm und mit Spülmittel abwaschen muss. Ohne Öl reicht kaltes Wasser.
    Das hätte mir nicht gefallen.
    Besser wäre eine 2. Handvoll Nudeln zu der ersten dazu. Die 2. Handvoll kann dann später wie Süßigkeiten zwischendurch gegessen werden, wenn sie nicht direkt aufgegessen wird. Etwas Öl über Spinat und Nudeln, wenn sie fertig sind, wegen der zusätzlichen Kalorien sind eine gute Idee *breites Lächeln*.
    Ich habe keinen Herd, ich habe eine Induktionskochplatte. Vorteil: Ich kann sie immer mit Timer betreiben. Sie wird mir nie die Bude abfackeln, auch wenn ich unkonzentriert bin.
    *Musste mal gesagt werden*

     
    • dualessein

      13. April 2014 at 11:36

      Es tut mir wirklich Leid, dich da jetzt enttäuschen zu müssen. Es war eine Induktionskochplatte, die damals Brandauslöser war. Und ganz ehrlich: So ein Teil kommt mir nie wieder ins Haus.

       
      • Mueller7de

        13. April 2014 at 12:23

        Ich verstehe. Ja, die hat unten einen Ventilator und der setzt sich gern mit Staub zu. Eigentlich müsste sie wegen Überhitzung einfach nur aus- und nie wieder angehen, so wie meine letzte Induktionsplatte.
        An Deiner Stelle würde ich sowas dann auch nicht mehr wollen.

         
      • dualessein

        13. April 2014 at 12:31

        Die Feuerwehr sagte, dass es wohl nach einem Kurzschluss aussah. Die begann nämlich zu brennen, da lief sie noch gar nicht richtig. Normalerweise sollte dann die Sicherung rausfliegen und im schlimmsten Fall die Herdplatte für immer den Geist aufgeben. Meine Sicherung blieb drin. Und die Herdplatte begann ihr Leben als Lagerfeuer.

         
  3. Anita

    13. April 2014 at 15:28

    An die „Spülrate“ musste ich auch sofort denken, als es um den 2. Topf ging. 😉

    Rapsöl hat für mich übrigens einen komischen Geruch. Ebenso Olivenöl. Sonnenblumenöl nachher an die Nudeln. Spinat finde ich auch viel vernünftiger als den Ketchup, den ich bevorzuge.

    Aber das Essen hört sich um einiges besser an, als das, was ich in schlechten Zeiten gemacht habe. Haferflocken mit O-Saft, waren einige Zeit sehr angesagt.

    Kochen oder Backen muss schnell gehen. Und ohne Spülmaschine geht es gar nicht.

     
    • dualessein

      13. April 2014 at 15:36

      Und nichts ist so nervig wie Spinat in Töpfen…

       
      • Anita

        13. April 2014 at 15:43

        Versuch es mal mit kleingehacktem Blattspinat. 😉 Oder Topf mit kaltem Wasser stehen lassen, damit der „Mist“ sich selber entfernt.

        Ich habe übrigens auch nur eine Sorte Rahmspinat, die ich tolerieren kann. Da ist wenigstens kaum Süßstoff drin, der für meine Begriffe da auch gar nicht rein gehört. Gefunden, dass das drin ist, haben wir auch nur, weil ich aus Verzweiflung einen anderen nahm, der Geschmack moniert wurde und daraufhin die Zutatenliste mal genauer inspiziert wurde.

        Dies ist auch einer der Gründe, warum ich dann für die Kinder mich mit dem Kochen intensiver beschäftigt habe. Ignorieren oder so, was die da alles rein machen, geht nämlich kaum, da sie dauernd die Rezeptur verändern und damit dann das Geschmacksbild für die Kinder unvorhersehbar wurde.

        Und auf die „Aufstände“ bei Tisch und 4 unterschiedlichen Geschmäkern hatte ich dann zunehmend keine Lust. Es war einfach zu anstrengend.

         
  4. Reiner Sauer

    13. April 2014 at 15:59

    Sorry, was für ein kapitaler Fehlschuss meinerseits…
    ich zielte auf den Frevel Öl ins Nudelwasser zu vergeuden.
    Und Spülmaschine, igitt. Aus China kommen gerade vollautomatische Hinterteilspülundreinigungsklosetts auf den Markt…
    Vollkorn Müsli (ohne Zucker) mit Orangen oder Apfelsaft (ohne Zucker),
    dazu ein Viertel frischen Apfel kleinwürfeln oder auch eine halbe Banane,
    esse ich fast jeden Tag.

     
    • Anita

      13. April 2014 at 16:36

      Rainer, bei sieben Personen brauche ich die Maschine. Ein ordentlich heißes Programm, dann ist das gut. Das imporitierbare „Dings“ brauch ich zumindest nicht und will es auch nicht haben.

       
  5. dualesseinzwei

    13. April 2014 at 16:35

    Das mit dem zweiten Topf ist in der Tat überflüssig, da es Sophie nicht so sehr darauf ankommt, dass der Spinat durchgängig warm ist. Da lag ich wohl etwas falsch, bzw. bin zu sehr von meinen Gewohnheiten ausgegangen.
    Das Öl wurde übrigens an die fertigen und bereits abgegossenen Nudeln gegeben. Und es war nur ein kleiner Spritzer. Öl enthält wichtige Vitalstoffe, Fette und zusätzliche Kalorien. Es ging in erster Linie um die Anreicherung der einseitigen Ernährung. Das Ergebnis davon wird spätestens bei den Zwischengedanken zu lesen sein.

    Ich bin auch wieder erstaunt, wie teilweise ähnlich einerseits, aber dann wieder fein differenziert unterschiedlich unsere beiden Wahrnehmungen sind. Die Beiträge sind ja unabhängig voneinander geschrieben worden. Ich bin auf den nächsten Beitrag von Sophie gespannt.

     
    • dualessein

      13. April 2014 at 16:37

      Das mit dem zweiten Topf war auch eine einmalige Sache…

       
  6. Kakerlake

    13. April 2014 at 23:35

    Hallo zusammen,
    Kochen?
    Das kenne ich noch von zu Hause…und als ich auszog habe ich es auch noch eine Weile weiter geführt. Die Arbeitsschritte jedoch im Laufe der Zeit immer weiter optimiert.
    Zunächst sah das so aus: Ravioli Dose öffnen, Inhalt in einen Topf geben, auf der Herdplatte erwärmen und dann direkt aus dem Topf essen. (Tellerabwasch gespart.)
    Trotzdem musste immer noch der Topf gespült werden. Irgendwann ließ ich auch den Topf weg und stellte die Ravioli Dose direkt auf die Herdplatte! Und löffelte die Ravioli dann aus der Dose….
    Aber selbst hier waren noch Einsparungen möglich. Denn im nächsten Schritt, öffnete ich nur noch die Dose…und aß die Ravioli kalt! (Strom gespart…Zeit gespart!) (Abwasch: 1 Gabel!) (Und endlich Platz für den Vogelkäfig…aufm Herd!)
    (Im Sommer kann man die Ravioli Dose auch einfach ein paar Stunden in die Sonne stellen…und im Winter auf die Heizung…) (Oder falls man mit dem Auto unterwegs ist, die Dose auf den Motorblock stellen/legen…geht aber nur noch bei alten Autos…)
    Nun noch ein Wort zum Rapsöl…
    Lieber Platon…wenn der Körper schon längere Zeit völlig fettlos ernährt wurde, bewirkt Öl eher das Gegenteil von dem, was Du beabsichtigst. Die Nahrung wird nämlich (äußerst) beschleunigt durch den Verdauungstrakt geführt. Sprich: Der Körper hat keine Zeit die zugeführte Nahrung zu verwerten…
    Sophie wird in der nachfolgenden Nacht sicher viel Zeit gehabt haben, über die Folgen „nachzudenken“…

    Viele Grüße, Kakerlake

     

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