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13. Brief von Platon an Sophie

23 Mrz

Platon:

„Hallo Sophie,

Selbst ich habe die Katze durch Ihre Erzählungen als massive Belastung für Sie spürbar wahrgenommen. Natürlich kann das Tier nichts dafür, dass es nun mal bei und mit Ihnen lebt und versorgt werden muss. Aber ich habe den Eindruck, dass Sie in kritischen Phasen (wie letztes Wochenende) über Ihr übliches Maß hinaus höchst sensibel auf äußere Reize reagieren. Die Katze gehört dann auch dazu. Vielleicht spürt die Katze auch Ihren erhöhten Erregungszustand und wird dadurch noch lebhafter und selbst „besorgt“. Wie auch immer, letztlich müssen Sie die folgenden Fragen abwägen:
– ist der Katze in meinem Leben eine Bereicherung?
– bin ich für die Katze eine Bereicherung, ein gutes „Frauchen“?
– kostet mich die Katze zu viel Kraft im Alltag? Stört sie mich zu oft?
Eine richtige oder falsche Antwort gibt es dabei wohl nicht. Fragen Sie Ihren Verstand und dann Ihr Herz.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die störenden Verhaltensweisen in Ihrer Wahrnehmung zu restrukturieren. In der systemischen Beratung nennt man das „Reframing“. Sehen Sie die positiven Seiten: „Aha, die Katze spielt auf dem Dach und scheint zufrieden zu sein. Wie schön, dass ich das hören und miterleben kann. Zumindest er ist fröhlich und ausgelassen.“ Sie wissen schon, wie ich das meine….

Der Bericht von Ihrer Schullaufbahn ruft auch beim wiederholten Lesen bei mir Entsetzen hervor. Einige Dinge hatte ich davon noch nicht ganz verstanden, das werde ich aber in unserer nächsten Sitzung genauer nachfragen.

Liebe Grüße

Platon“

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3 Kommentare

Verfasst von - 23. März 2014 in Alltägliches

 

3 Antworten zu “13. Brief von Platon an Sophie

  1. Anita

    11. April 2014 at 10:52

    @ Platon

    wobei die Beschreibung der schulischen Situation, bis auf die Suspendierung, noch sehr „harmlos“ ist.

    Beim ersten „Anspringen der Hilfesysteme“ bei uns, wurde von den Lehrkräften erwartet, dass wir ohne Diagnose, sofort bzw. innerhalb von 6 Wochen, eine funktionierende Therapie vorweisen konnten.

    Da wir aber beim Ältesten es mit einem Jungen zu tun haben, die Diagnostik sich über ein Jahr hinzog, haben wir im Anschluss 16 Monate kämpfen müssen, überhaupt wieder einen Schulplatz zu bekommen.

    Dies und die Traumata aus dem Mobbing sind Dinge, die Beschulung noch heute zu einem Wagnis werden lassen. Jeden einzelnen Tag.

     
    • dualessein

      11. April 2014 at 16:00

      Bei der Beschreibung der schulischen Situation haben wir auch stark eingeschränkt und „Zensur“ betrieben. Die nicht rechtmäßige Suspendierung war da nur der Schlusspunkt einer fast zweijährigen Entwicklung. Um eine „Diagnostik“ ging es damals nicht, vielmehr darum, dass ich partout nicht „passend“ war, zumindest nach Ansicht einiger weniger Lehrer. „Mobbing“ war damals als Begriff noch nicht so etabliert – im Rückblick glaube ich jedoch, dass ich hier in den zweifelhaften Genuss einer Reinform diesen Verhaltens kam. Ausgeübt vorwiegend von Pädagogen. Und die Rektorin dieser Schule hatte bis einschließlich heute Glück, dass sie meinen Eltern nicht mehr begegnet ist. Ich glaube, das würde für die Dame sehr, sehr unangenehm werden.

       
      • Anita

        11. April 2014 at 16:25

        Danke für die Erklärung.

        Lehrer gestütztes Mobbing ………. gegen das Kind und gegen die Eltern ……………… „Inquisitions-Gespräche“ bei der Rektorin, ja haben wir vor 5 Jahren noch erleben müssen.

        Diagnose wurde uns auch nicht angeraten,

        Zitat: „Um eine “Diagnostik” ging es damals nicht, vielmehr darum, dass ich partout nicht “passend” war,“

        nur dass wir unseren Sohn „passend machen“ sollten. Irgendwie

        Also haben sich die Argumente bei vielen Lehrern einfach noch nicht verändert und das Wissen um „irgendwas“ und welche Hilfen es wirklich gibt (wie lange es dauert und wie man da ran kommt), ist nach wie vor sehr gering. Dafür wird heute gerne, am besten sofort, das Jugendamt eingeschaltet, was zu meiner Schulzeit so GsD noch nicht „angesagt“ war.

         

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