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Zwischen Gedanken – Nach dem Einkauf

18 Mrz

Sophie:

Ich stehe in meiner Wohnung, mit der Tiefkühlpackung und dem Wasser. Und starre in den Kühlschrank. Jetzt habe ich zwar meine Produkte, aber kein Tiefkühlfach. Der ganze Aufwand und es passt doch nicht. Irgendwo finde ich eine Schüssel, schütte die Sachen um – sonst schmecken sie nach Pappe. Aber die Schüssel im Kühlschrank ist nicht richtig. Der Einkauf war nicht richtig. Nicht mein Laden, nicht meine Produkte.

Früher hatte ich einen Laden, da habe ich alles bekommen. Hier muss ich in mindestens zwei Läden – ein Laden zuviel. Ich weiß nicht, ob das auf Dauer klappen kann.

Platon:

Wie soll es weitergehen? Ich bin unsicher. Mal wieder. Andererseits sind vielleicht Teile des grundsätzlichen Problems, also der Müdigkeit und der Konzentrationsprobleme, auf mangelnde Ernährung zurückzuführen. Und das sind lösbare Probleme. Sofort lösbare Probleme. Theoretisch.

Praktisch geht es nun darum, zunächst die tägliche Mindestversorgung sicherzustelllen. Das Gefrierfach muss funktionieren. Lösbar. Sophie muss deutlich regelmäßiger essen und trinken. Lösbar. Die eingeschränkte Produktpalette an Nahrungsmitteln sollte etwas erweitert werden. Lösbar, aber zugegebener Weise eine große Herausforderung.

Ich habe einen Plan, werde ihn mit ihr demnächst besprechen. Sie muss letztlich entscheiden, sie gibt die Geschwindigkeit an. Und natürlich die Richtung. Ich bin zuversichtlich. Ja, doch. Zuversichtlich.

Sophie:

Langsam geht mir auf, dass das so nicht funktioniert. Diese Blockade im Denken, das muss sich ändern. Zumindest soweit, dass ich in irgendeiner Form etwas einigermaßen „normal“ erledigen kann. Und sei es nur, auf Produkt B auszuweichen, wenn A nicht mehr da ist. Oder einen Ersatz-Laden zu haben, wenn der eigentliche zu voll ist.

Sobald ich daheim bin, klappt das in der Theorie ganz gut. Stehe ich vor Ort, scheitert all das an der Praxis. Dann geht mein Ersatzplan verloren, weil der ursprüngliche Plan nicht eingehalten werden konnte.

Wäre ich alleine gewesen, hätte ich nicht mal das Wasser gekauft. In einen zweiten Laden zu gehen – auf die Idee wäre ich wohl schlicht gar nicht gekommen. Nein, es ist eindeutig. Es muss sich was ändern. Und zwar bald.

Platon:

Es gibt bestimmte Zeiten in der Woche, die besser sind. Zum Beispiel Dienstags um 11 Uhr. Dann gehen kaum Menschen einkaufen. Das muss beobachtet werden. Sie kann für die ganze Woche einkaufen. Sie kann sich eine eigene, eine richtige Struktur aufbauen. Darum geht es. Es wird vermutlich einfacher, wenn sie sich selbst findet.

Ich suche noch eine geeignete Person, die dabei helfen kann. Da gibt es Möglichkeiten. Bis dahin werde ich das wohl übernehmen müssen. Zum Beispiel  kochen. Ich werde einmal mit Sophie kochen. Vielleicht einmal zur Abwechslung etwas Öl an die Nudeln. Hochwertiges Öl. Vielleicht auch einmal Kartoffeln statt Nudeln. Und weiterhin regelmäßig Äpfel. Sie muss letztlich entscheiden, sie gibt die Geschwindigkeit an. Und natürlich die Richtung. Ich bin zuversichtlich. Ja, doch. Immmer noch zuversichtlich.

Und dann, erst dann, wenn die Ernährung funktioniert, können alle weiteren Schrittte geplant werden. Sie muss entscheiden.

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4 Antworten zu “Zwischen Gedanken – Nach dem Einkauf

  1. Anita

    18. März 2014 at 10:34

    @ Platon

    ich finde es sehr gut, dass hier die Autarkie immer im Auge behalten wird! Das die Änderung NICHT mit der „Brechstange“ durchgesetzt wird. Und trotzdem das Ziel „im Auge“ behalten wird.

    DAS ist eins der wichtigsten Dinge, die Autisten helfen.

     
  2. Ismael Kluever

    18. März 2014 at 11:37

    Jetzt bin ich gespannt, ob die Idee mit dem gemeinsamen Kochen nicht zu „massiv“ ist.
    Ein zu starkes Eindringen in die individuelle Sphäre von Sophie, wenn dort gemeinsam gekocht wird. Oder ein Herausreißen aus der eigenen Sphäre, wenn Platon in seine Küche einlädt.
    Wir werden sehen!

     
  3. Mueller7de

    18. März 2014 at 16:48

    Oh! Ich bin überrascht.
    Seit 2001 habe ich nur 2 mal gemeinsam gekocht.
    Das war mit TBA, die niemals etwas ohne Absprache verändern oder woanders hinstellen würde.
    Eine merkwürdige Idee!
    Ich bin gespannt, wie es weitergeht 🙂

     
  4. kiwigirl

    1. August 2014 at 13:19

    ich bin gerade wirklich geflasht, denn das andere auch schwierigkeiten beim einkaufen haben, ist mir klar gewesen, aber das es wirklich auch ein problem ist, in zwei verschiedene läden zu gehen oder die geräusche und vielen unpassenden farben zu ablenkend sind, oder das sogar auch andere weil sie keine ersatzlösung in der situation entwickeln können und demnach ohne produkte aus dem laden gehen, war mir so nicht bewusst.
    es ist auch ein problem diese schwierigkeiten korrekt wieder zu geben denn, zumindest ich habe die erfahrung gesammelt, dass andere das überhaupt nicht nachvollziehen können und der meinung sind, man geht halt einfach rein, holt ein paar dinge und geht wieder.
    es ist mir zwar lieber, wenn die artikel gleich bleiben und auch ich orientiere mich daran, dass die dinge an den gleichen plätzen stehen und ich demnach auch den einkaufszettel so notiere wie der supermarkt aufgebaut ist, aber ich kann auch produkte von anderen marken auswählen.
    mich stört es eher wenn es dann komplett anderes gemüse wäre und ich habe schwierigkeiten wenn mein brot nicht vorhanden ist, eine lösung zu finden oder wenn ich 3 zuchini kaufen will, es aber nur eine packung mit 4 zuchini gibt.
    eine derartige sache kann ich verkraften, aber wenn es kein brot gibt, anderes gemüse und zudem auch noch keine zahnpasta, ist das zu viel und ich ergreife die flucht.
    beim zahlen ist es für mich eher ein problem, dass ich extrem durcheinander bin und somit neben dem für mich stressigen einkauf die produkkosten nicht ausreichend gut zusammen rechnen kann, daher greife ich auf kartenzahlung zurück.
    mein persönliches ziel ist es längerfristig möglichst eigenständig und frei einkaufen zu gehen, hierfür habe ich mir einige methoden überlegt, die mich wie ich glaube entlasten in der einkaufssituation.
    die einkaufsliste so gestalten, dass ich die produkte so aufschreibe, wie sie auch im markt angeordnet sind, sodass ich nicht länger im laden sein muss, als nötig. hierfür streiche ich auch die dinge durch, die ich bereits besorgt habe.
    außerdem eben mit karte bezahlen, damit ich nicht zusätzlich noch zusammen rechnen muss.
    ein einkaufswagen schützt mich vor berührungen anderer, ich fühle mich wohler wenn vor mir etwas ist und es stresst mich nicht so sehr beim einräumen in die tüten am ende des einkaufes. ich kann das auf meine weise in ruhe tun, nachdem ich bezahlt habe.
    zudem habe ich mir überlegt, dass ich lieber in kleineren läden einkaufen möchte, in dem es weniger grell ist und weniger leute und auswahl vorhanden ist.
    und das die aufteilung eines einkaufs verhindert das ich zu viel einkaufen muss und somit zu lange in einem laden verharren muss.
    das ich also nicht völlig auf hilfe verzichte.
    zusätzlich ist ein bestimmter tag für mich sinnvoll, da ich mich dann auf das für mich sehr anstrengende ritual einstellen kann und nicht in die situation komme, dass ich kein klopapier oder keine lebensmittel zu hause habe.
    außerdem habe ich festgestellt, dass es sinnvoller ist häufiger einkaufen zu gehen, da ich wenn es zu viele produkte sind, schneller gestresst bin, als bei einem umfang von 5-6 teilen.

     

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