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Zwischen Gedanken – nach dem Arztbesuch – Teil I

06 Mrz

Sophie:

Das war ein Reinfall. Und irgendwie klassisch. Ich kenne solche Situationen, die sich gerade bei Ärzten bis ins Groteske steigern können. Ich komme mit einer medizinischen Frage zu Sachverhalt A, gehe aber mit einem Rezept und vielen Weisheiten zu Sachverhalt B, der eigentlich nichts mit mir zu tun hat.  Es ist – ja, frustrierend trifft es wohl. Und ermüdend.

Ich merke, dass die Wartezimmer-Situation mich geschlaucht hat. Und das Arztgespräch nur verwirrend und ermüdend war. Der Druck im Hinterkopf, der das Denken träge macht, meldet sich verstärkt. Ich bin wieder an dem Punkt bin, an dem es mir eigentlich zuviel ist. Genau das sollte ja eigentlich nicht passieren. Vor allem nicht bei Dingen, die für andere Menschen offenbar simpel und alltäglich sind.

Platon:

Ich bin unzufrieden. Wir sind keinen Schritt weiter. Ich ärgere mich auch, dass das mit dem  Brief offenbar nicht geklappt hatte. Ich wollte den Arzt ja zuvor telefonisch erreichen. Das klappte aber nicht. Darum dann der Brief. Für die Zukunft ist es ratsamer, wenn ich vorab mit dem Arzt alleine spreche.

Sophie:

Ich frage mich – wie so häufig nach solchen Situationen – was ich eigentlich an mir habe, dass ich offenbar wie ein Alien wirke. Dass es mir nicht gelingt, in einem fünfminütigen Arztgespräch die Dinge klar an den Mann zu bringen und dabei so aufzutreten, dass nicht nur mein Befinden, sondern auch meine Zustandsbeschreibung darüber in Frage gestellt wird. Ich glaube, nach so vielen Jahren, in denen sich das immer und immer wiederholt, kann ich nur schwer behaupten, dass diese kommunikativen Katastrophen die „Schuld“ der anderen seien.

Platon:

Ich hatte gehofft, dass wir zu dritt über die Schlafstörungen von Sophie reden, eventuell  medikamentöse Optionen in Betracht ziehen. Damit ihre permanente Müdigkeit gelindert  wird.

Auch Aspekte einer möglichen Mangelernährung hätte ich gerne etwas ausführlicher  besprochen. Aber offenbar ist es mir nicht gelungen, mein Problembewusstsein zu vermitteln.

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4 Kommentare

Verfasst von - 6. März 2014 in Zwischen Gedanken

 

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4 Antworten zu “Zwischen Gedanken – nach dem Arztbesuch – Teil I

  1. Reiner Sauer

    6. März 2014 at 10:48

    Die Beziehung zu einem Arzt ist eine ganz persönliche und genau so sollte man auch einen Arzt suchen, persönlich! Das kann niemand anders übernehmen. Da muss man vielleicht auch eine längeres „Casting“ veranstalten, bis man einen passenden, sympathischen gefunden hat. Alles andere ist zum Scheitern verurteilt. Das „Sympathische“ muss vom ersten Augenblick an erkennbar sein. „Da geh ich gerne hin“. Wenn das nicht da ist, wird nur Zeit vergeudet. Das sollte eigentlich Grundlage aller Beziehungen sein. Dann gibt es eben Wirsing. Wenns schmeckt. Der erste Besuch bei einem Arzt sollte also dem Arzt selbst gelten, der Praxis, dem Personal usw. und erst wenn das stimmig ist, kommt der nächste Schritt.

     
    • Mina

      7. März 2014 at 17:50

      Hallo Reiner!

      Das ist nicht zu realisieren. Außerdem will ich meinen Arzt nicht heiraten sondern eine Behandlung. Leider sieht man keinem Arzt an, ob er weiß, dass er Dienstleister ist oder nicht. Beispiel gefällig? Als ich schon hochgradig schwerhörig war, wollte ich ein Attest von einer Ohrenärztin für den Schwerbehindertenausweis. Sie schrieb dann eine Empfehlung, dass ich mich in psychologische Beehandlung begeben sollte. Das habe ich aber erst zu Hause erfahren, da ich ja weder ihren Schrieb lesen konnte (blind), noch ihre Ansage tatsächlich verstehen konnte (brüllend nuscheln ist echt eine Qualifikation als HNO /ironie off). Die Konsequenz war, dass ich nie wieder unbegleitet zum Arzt ging. Du kannst Dir das vielleicht nicht vorstellen, aber anstatt zu sagen, dass sie nicht helfen können oder nicht weiter wissen, behandeln sie lieber Krankheiten, die schlichtweg nicht da sind.

       
      • Reiner Sauer

        8. März 2014 at 9:10

        Danke für das Beispiel Mina. Sophie sollte also nicht an ihrer Fähigkeit sich mitzuteilen zweifeln, sondern auf ihre Intuition achten, ihr folgen und nicht ihre Zeit mit „Aushalten“ von „unmöglichen“ Situationen und Menschen vergeuden.

         
  2. Anita

    6. März 2014 at 22:44

    Einen „unsympathischen“ Arzt kann ich maximal im Krankenhaus im akuten Notfall tolerieren.

    Aber das Recht, zu gehen, dass kann mir keiner mehr nehmen.

    Ansonsten ist es eben ein Dienstleister, zu seinen Diensten gehört auch und vor allem, dass er zuhört.

    Ob ich dadurch seltsam wirke ……….. eigentlich egal, denn wenn ich kein Vertrauen habe, muss ich darauf keine Rücksicht nehmen.

     

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