RSS

11. Nachricht von Platon an Sophie

27 Feb

Platon:

„Hallo Sophie,

Ich hatte Ihnen ja angekündigt, dass ich gerne einen Arzttermin in Angriff nehmen würden. Kurzfristig könnten Sie einen Termin bei einem mir bekannten Arzt bekommen. Wie wir schon besprochen hatten, würde ich alles entsprechend im Vorfeld vorbereiten: Sie müssen niemandem die Hand geben, ich werde ihr Anliegen – falls Sie wünschen – dem Arzt schildern.

Die grundsätzliche Frage an den Arzt wird sein, ob es ein leichtes verschreibungspflichtiges Schlafmittel gibt, das Ihre Schlafstörungen zumindest kurzzeitig mildern kann, um danach dann mit  Entspannungstechniken und anderen Maßnahmen eine langfristige Lösung zu finden.

Ein weiteres Thema beim Arztbesuch wird eine mögliche Mangelernährung sein.

Ich schlage vor, dass wir anstatt der nächsten Sitzung uns vor dem Arztbesuch bei mir in der Praxis treffen, um dann zu Fuß zum Arzt zu gehen.

Ist diese Vorgehensweise für Sie in Ordnung? Haben Sie weitere Vorschläge?

 Liebe Grüße

 Platon“

Welche Erfahrungen habt ihr mit Arztbesuchen gemacht? Sind solche Termine etwas, was man „eben macht“ oder gehört das doch eher in die Kategorie „Vermeiden, wo es nur geht“?

Welche Probleme treten eurer Erfahrung nach rund um den Arztbesuch auf?

Advertisements
 
3 Kommentare

Verfasst von - 27. Februar 2014 in Briefe

 

Schlagwörter: , , ,

3 Antworten zu “11. Nachricht von Platon an Sophie

  1. marina

    28. Februar 2014 at 3:08

    Ich schreibe aus einer nicht dem autistischen Spektrum angehörenden Perspektive und ich muss rückblickend auf meine eigene Geschichte sagen, dass mir solche Arzttermine schonimmer schwer gefallen sind. Es ist eine Art des sich offenbarens, noch dazu gegenüber einem Fremden. Nach allem was ich mittlerweile von Sophie gelesen habe, stellt das Ganze etwas absolut unberechenbares dar, das kann Angst machen und Angst erzeugt Druck und Druck blockiert Handlungsfähigkeit. Während des Arztbesuches kann ich mir vieles vorstellen, vorallem aber, dass sich Sophie durch zu schnelle Schlussfolgerungen bevormundet fühlt und sich völlig zurück zieht oder mit einer bisher unbekannten Handlungsoption überrascht. Sicher ist für mich, dass es.eine große Hürde/Belastung darstellt, die sie in Begleitung von Platon aber angehen muss! Gutes Durchhalten! Ich stimme Platon zu, du hast viel Respekt verdient!!

     
  2. Kakerlake

    28. Februar 2014 at 22:21

    Hallo Sophie,

    meine Autonomie ist mir das allerwichtigste. Darum möchte ich immer alles selbst regeln…und würde mir bevormundet vorkommen, wenn mir jemand z.B. die Terminvereinbarung abnimmt…oder mich zum Arzt begleitet. Oder gar Themen vorgibt, die beim Arzt besprochen werden sollen. Das „Wie“, „Wann“ und „Was“ möchte ich immer selbst bestimmen. Andererseits kann es eine Hilfe sein, wenn jemand den Arzt vorab über meine Schwierigkeiten informiert. Denn meine Erfahrungen haben gezeigt, dass Mediziner mit dem Begriff Autismus wenig bis nichts anfangen können. Sie fahren trotz meiner Erklärungen unbeirrt mit ihren invasiven Untersuchungen fort…und es kam schon mehr als einmal vor, dass ich während der Untersuchung einfach ging.
    Aber bevor es überhaupt zu einer Untersuchung kommt, ist da noch die Hürde an der Anmeldung zu nehmen. Von Menschen umgeben soll ich der Dame an der Anmeldung möglichst detaillierte Angaben über meine Beschwerden machen…. Das verweigere ich jedoch hartnäckig. Schließlich soll mich der Arzt behandeln und nicht die Sprechstundenhilfe! Habe ich es dann bis zum Arzt geschafft, streckt der mir die Hand entgegen (… … … … … …) Und selbst beim Arzt beantworte ich gewisse Fragen zu bestimmten Körperfunktionen nicht. Ich finde, das geht niemanden etwas an. Und wenn mir Medikamente verschrieben werden und der Arzt nicht plausibel erklären kann, wie sie wirken und warum ich sie nehmen muss, hole ich sie gar nicht erst aus der Apotheke. (Medikamente, die in irgendeiner Weise mein Denken und Handeln beeinträchtigen lehne ich ganz ab. Dazu gehören auch Schlafmittel.) Und als wenn das alles nicht schon genug wäre, wird man ja wieder zum Arzt bestellt…selbst, wenn es einem inzwischen besser geht. (Also gehe ich nicht nochmal hin…)
    Also, für mich gilt: Arztbesuche um jeden Preis zu vermeiden.
    Die meisten BeSCHWERden werden erst durch den Arztbesuch richtig schwer …und verschwinden in der Regel ohnehin von ganz allein. Wahrscheinlich kommt es ganz auf den individuellen Leidensdruck an, ob jemand zum Arzt geht oder nicht. Da ich Schmerzen offenbar nicht so intensiv erlebe wie andere Menschen und diesbezüglich viel aushalten kann empfinde ich keine Notwendigkeit einen Arzt aufzusuchen. Das gilt allerdings nur für kurzfristige Erkrankungen. Denn ich habe mir vor Jahren eine chronische Erkrankung zugezogen die, wenn sie unbehandelt bliebe, mich direkt ins Pflegeheim bringen würde. Und mit dieser Aussicht der drohenden Hilflosigkeit besteht für mich (doch) Handlungsbedarf. Ich gehe also (widerwillig) zum Arzt und nehme ebenso widerwillig die Medikamente…damit ich meine Autonomie nicht verliere….

    Viele Grüße, Kakerlake

     
    • dualessein

      1. März 2014 at 0:09

      Hallo,

      ich musste eben etwas lachen, weil ich im ersten Moment beim Lesen deines Kommentars dachte, ich hätte versehentlich die nächsten Beiträge schon veröffentlicht.

      Die Idee zum Arztbesuch ist ja per se nicht verkehrt und unter gegebenen Umständen auch durchaus sinnvoll. Zumal ja mit vermeintlich gründlicher Vorbereitung durchaus die Chance gegeben ist, dass eben genau jene invasiven ärztlichen Eingriffe ausbleiben. Ich glaube, mit dem, was mit dem Arztbesuch ab morgen kommt, hat selbst Platon nicht gerechnet. Ich würde ja gerne noch mehr auf deinen Kommentar eingehen, aber dann verrate ich zuviel von den kommenden Beiträgen.

      Ich bin gespannt, was du dazu sagen wirst.

      Liebe Grüße

      Sophie

       

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: