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6. Nachricht von Sophie an Platon – Teil I

26 Jan

Sophie:

„Hallo Platon,

Sie halten mich nicht von anderen Dingen ab. Im Moment muss ich täglich arbeiten und kann dann nicht auf andere Inhalte „umschalten“. Ich hoffe, dass ich bald einen freien Tag habe und dann wengistens die Hausarbeit erledigen kann. Womit ich quasi schon bei der ersten Ihrer Fragen angekommen wäre.

1. Ich weiß nicht, wie ich Aufträge und Aufgaben ablehnen kann. Die Organisation meiner Termine wird von mir selbst gemacht, dazu kommen dann Anfragen von Kollegen, ob ich Termine übernehmen kann, auch für Samstag und Sonntag (obwohl ich keine Wochenenddienste haben sollten). Teils tragen sie die Termine auch einfach ungefragt in meinen Kalender ein, wenn sie sehen, dass da noch nichts „offiziell“ belegt ist, sagen aber nicht Bescheid, dass sie diese Termine bei mir eingetragen haben.  Bislang habe ich das alles irgendwie geschafft, aber so muss ich permanent, auch sehr kurzfristig, umplanen.

Ein weiterer Punkt sind die in meinen Augen die eher belanglosen Gespräche auf den Fluren oder ­ ganz schlimm ­ in der Küche. Da treffen sich dann vier oder fünf Kollegen und reden darüber, was sie vergangenes Wochenende unternommen haben, wo der nächste Urlaub hingeht und warum sie sich darüber ärgern, dass ihre Kinder schon den vierten Fußball kaputt gemacht haben. Vor zwei Wochen hat jemand einen Kuchen mitgebracht, dann standen auf einmal alle am Konferenztisch . Ich wollte nichts von dem (grünen!) Kuchen und es war dort auch ziemlich laut, deswegen blieb ich von vorneherein im Büro. Aber dauernd kam jemand rein, wollte mir entweder ein Kuchenstück bringen oder mich von der Arbeit abhalten. Das fällt wahrscheinlich in den Bereich der von Ihnen genannten „Sich­selbst­verorten­Gespräche“, aber ich komme da sowohl von den Themen als auch von den Themenwechseln nicht mit, und ineffizient ist es obendrein. Manchmal taucht auch der eine oder andere Kollege in meinem Büro auf, um mir was zu erzählen oder Fragen zu stellen, die aber für die Arbeit an sich nicht relevant sind. Ich höre dann immer zu, aber meist passiert das, wenn ich die Leute am liebsten wegschicken würde, weil ich gerade etwas arbeiten muss. Oder irgendjemand klaut in meiner Abwesenheit meine Stifte. Ich weiß nicht, wie ich das sagen kann. Ich mag es schon nicht, wenn jemand an meinen Sachen ist, aber wenn dann auch noch Sachen verschwinden und ich sie dann jedes Mal neu organisieren muss, stört das den Ablauf doch erheblich.

Noch mit dazu gehört nun auch das Betriebsfest, das ansteht und bei dem ich dabei sein soll… da wird aktuell jeden Tag von gesprochen. Ich möchte dort auf keinen Fall hin, habe aber den Eindruck, dass ich fast keine Wahl habe. […]“

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Ein Kommentar

Verfasst von - 26. Januar 2014 in Alltägliches

 

Eine Antwort zu “6. Nachricht von Sophie an Platon – Teil I

  1. Reiner Sauer

    26. Januar 2014 at 11:11

    Anpassen oder Grenzen setzen, wir haben die Wahl, wenn wir keine Kinder mehr sind und sein wollen.

     

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