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5. Nachricht von Platon an Sophie

18 Jan

Platon:

Hallo Sophie,

Für die kommende Woche interessieren mich noch die folgenden Fragen:

1. Ihre Fixpunkte (zum Beispiel die Muschel) werden vermutlich von Ihnen deswegen mit Ihren Augen fokussiert, um Ordnung und Struktur in die permanent „feuernden“ visuellen Reize zu bekommen, um letztlich Ressourcen für die akustischen Reize und die Matrix freischaufeln zu können. Ist das ansatzweise richtig beschrieben?

2. Könnte der Fixpunkt auch ein beweglicher Punkt sein? Zum Beispiel ein Hemdkragen, der sich durch die Bewegungen seines Trägers gelegentlich bewegt? Oder sogar ein Ohr? Eine getragene Brille? (Diese Fragen sind wirklich ernst gemeint)

3. Als Sie mir Ihr Handy gegeben haben, haben Sie dabei meine Hände angeschaut? (ähnlich wie bei meinem abgerissenen Schnürsenkel?) Falls ja,  können Sie meine Hände noch beschreiben?

4. Wie viele Stunden schlafen Sie täglich?

5. Träumen Sie? Falls ja, haben Sie ein Beispiel? (interessant wäre eine eventuelle akustische, visuelle oder sonstige Fokussierung)

6. Ist die Nahrungsaufnahme für Sie gelegentlich ein Genuss oder eine lästige Notwendigkeit?

7. Kennen bzw. verwenden Sie Smileys?

8. Können Sie beschreiben, wie sich die Müdigkeit anfühlt, also konkrete Körperempfindungen?

9. Gibt es für Sie Entspannungstechniken, kommen Sie im Wachzustand „zur Ruhe“?

10. Die zehnte Frage habe ich wieder gelöscht, die bewahre ich besser für kommende Woche auf…

Liebe Grüße

Platon“

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5 Kommentare

Verfasst von - 18. Januar 2014 in Alltägliches, Briefe

 

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5 Antworten zu “5. Nachricht von Platon an Sophie

  1. Ismael Kluever

    18. Januar 2014 at 13:25

    Jetzt bin ich besonders auf die Antwort zu Frage 2 gespannt! 🙂
    Ich habe mir dazu auch schon mal Gedanken gemacht. In diesem Artikel, die letzten drei Absätze: http://erdlingskunde.wordpress.com/2013/11/01/schau-mir-nicht-so-in-die-augen-kleines/

    Die Frage 10 geheimnisvoll als Überraschung ankündigen, das klingt nach einem raffiniertem Experiment! Meines Wissens können Autisten nicht so gut mit Überraschungen (nicht Planbarem) umgehen.
    Mal sehen, wie Sophie reagiert. Und wie sich solche Ankündigungen auf das Vertrauensverhältnis auswirken…

     
    • Kakerlake

      19. Januar 2014 at 19:08

      Stimmt, das geht gar nicht. Bin selber Asperger Autist und solche geheimnisvollen Ankündigungen werfen mich völlig aus der Bahn. Ich könnte keine Nacht mehr schlafen…Stress pur ! Was kommt da auf mich zu ? Was will der Andere von mir ? Worauf will er hinaus? Und wie soll ich reagieren ? Was wird jetzt von mir erwartet? Ich kann natürlich nur für mich sprechen…Vertrauen könnte ICH nun nicht mehr fassen ! Ziemlich sicher würde ich den Kontakt sogar abbrechen!!
      Kakerlake

       
      • dualesseinzwei

        20. Januar 2014 at 20:42

        Hallo Kakerlake,

        ich stimme dir zu. Ich weiss nicht einmal mehr genau, was die zehnte Frage war. Es war also nicht einmal etwas besonderes. Aber es so zu formulieren, war schon sehr ungeschickt und unsensibel von mir. Ich hatte ja mit Sophie vereinbart, dass unsere Kommunikation ein Trainingsfeld ist, wir also beiderseits mit keinen sozialen Sanktionen oder Ungewißheiten zu kämpfen haben. Dadurch kann vor allem Sophie etwas mutiger und ohne all zu große Bedenken kommunizieren. Aber dieser Satz von mir war wohl nicht hilfreich. Interessant wäre jetzt die Ansicht von Sophie …

         
  2. Kakerlake

    20. Januar 2014 at 23:56

    Hallo dualesseinzwei,
    diese Vereinbarung mit Sophie, dass Eure Kommunikation ein Trainingsfeld darstellt und keine sozialen Sanktionen zu befürchten sind, finde ich genial.(Das war „Die zweite Sitzung-Teil III“) Und so hätte ich das auch gern in meiner eigenen Therapie gehört…und zwar immer wieder. Immer an den Stellen, wo es für mich schwierig wurde… Ich bin jemand, der schnell etwas hinschmeißt…jedenfalls wenn es um den Zwischenmenschlichen Bereich geht. Und wenn mir jemand ein Trainingsfeld in der Kommunikation ohne Sanktionen anbieten würde, würde mich das erstmal sehr freuen…aber da die Menschen häufig Dinge sagen, die dann gar nicht so gemeint sind (ich also mal wieder den Subtext nicht verstanden habe…), bin ich auch schnell bereit so eine Aussage sofort in Zweifel zu ziehen. Nun bin ich sehr gespannt, wie Sophie darauf reagieren wird…

    Und ganz nebenbei, ich finde diesen Blog ganz großartig !! Eine Therapie (oder soll ich lieber von Annäherung zweier sehr unterschiedlicher Wahrnehmungsweisen sprechen?) aus beiden Perspektiven zu zeigen und zur Diskussion zu stellen ist äußerst interessant…und es wurde dafür auch allerhöchste Zeit !
    Vielen Dank sagt Kakerlake

     
    • dualessein

      23. Januar 2014 at 19:19

      Hallo Kakerlage,

      das Unbehagen bezüglich der zehnten Frage hatte ich auch. Es gab und gibt immer wieder Situationen, wo ich mir absolut nicht sicher bin, wie ich sie einschätzen muss. Normalerweise reagiere ich dann ähnlich wie du: Mit Rückzug und Kontaktabbruch. Um ehrlich zu sein gab es diese Überlegung meinerseits auch durchaus das eine oder andere Mal. Letzten Endes habe ich das aber sehr bewusst verworfen. Allerdings konnte ich das nicht unkommentiert stehen lassen – ich hätte mir sicher weit weniger Gedanken gemacht, wenn da nicht gestanden hätte, dass es eine Frage gibt, die gerade nicht gestellt wird.

      Liebe Grüße

      Sophie

       

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