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Worum geht’s eigentlich?

13 Dez

Zwei Menschen. Der eine in der Welt scheinbar vollkommen selbstverständlich zu Hause, die andere gefühlt gestrandet auf einem falschen Planeten. Auf der einen Seite die vermeintlich „normale“, mehrheitliche, neurotypische Sicht auf Welt, Wirklichkeit und Kommunikation. Eine Wahrnehmung, die überwiegend konzentriert ist auf Intuition, Emotion und Empathie. Dem gegenüber die „andere“, die abweichende, die als Autismus bezeichnete Wahrnehmung: Auf logische Schlußfolgerungen fokussiert, mit dem Blick für das Detail. Der eine agiert intuitiv in einer für ihn geordneten Welt, die andere sucht nach Hilfe, um das alltägliche Chaos zu verstehen.

Zwei Denksysteme, die so unterschiedlich sind, dass es eigentlich keine Übereinstimmungen geben kann. Und doch gelingt eine schrittweise Annäherung, als stünden beide auf der jeweils gegenüberliegenden Seite eines Wurmlochs. Was in der gegenseitigen Interaktion entsteht, ist ein Konstruktionsversuch sozialer Wirklichkeit, in der es kein „richtig“ oder „falsch“ mehr gibt. Und eine Möglichkeit, vom jeweils anderen zu lernen.

Die Geschichte der Annäherung zweier individueller Denk- und Wahrnehmungssysteme – mit offenem Ausgang.

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7 Kommentare

Verfasst von - 13. Dezember 2013 in Alltägliches, Informatives

 

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7 Antworten zu “Worum geht’s eigentlich?

  1. leidenschaftlichwidersynnig

    14. Dezember 2013 at 3:28

    Ob das wirklich so gegenüber steht?
    Sind NT’s eigentlich immer neurotypisch, oder können auch sie abweichend , wenn auch nicht autistisch , wahrnehmen?
    Sind Autisten IMMER logisch, haben sie keine intuion oder eine andere?
    Fühlen sich NT’s selbstverständlich in dieser Welt zu Hause ? Warum gibt es dann so viel seelisches Leid auch bei ihnen?
    Ist die Welt nur für Autisten chaotisch?
    Wofür brauchen die NT‘ s all die Ratgeber, die die Buchhandlungen füllen?

    Diese absolute Gegensätzlichkeit von Autisten und NT’s sehe und lebe ich nicht.

    Hier wird m.E. ein unzutreffender Rückschluss vorgenommen:

    Wenn Autisten sich in dieser Welt unwohl und nicht zu Hause fühlen, müssen alle, die nicht autistisch sind, es tun.
    Wenn Autisten die Welt als chaotisch empfinden, empfinden alle Nichtautisten sie als geordnet….

    Nee, so funktioniert das nicht.
    Aber ich finde das Projekt hier interessant und bin gespannt, was hier zu lesen sein wird.

     
    • Ismael Kluever

      14. Dezember 2013 at 13:14

      Ohne, dass ich den Initiatoren dieses Blogs vorgreifen möchte, aber ich denke, dass genau dieses eines der Ziele dieses Projektes sein könnte: Das einander gegenseitig Kennenlernen.
      Und damit das sich Verstehen-Lernen.
      Und daraus sollte sich gegenseitige Wertschätzung und die Gestaltung den Miteinanders ergeben.

      Ich meine auch, dass es wie das autistische Spektrum ein neurotypisches Spektrum gibt.
      Und ich für meine Person gehöre sicher zu denen, die sich in dieser Form unserer Gesellschaft nicht besonders zuhause fühlen.
      Womit wir schon mitten in der Diskussion wären. Aber vielleicht sollten wir den Inhaber dieses Websites erst einmal Gelegenheit geben, seiner/ihrer Initiative eine Form zu geben. 🙂

       
      • dualessein

        14. Dezember 2013 at 14:33

        Erfasst, Ismael.
        Die Einwände sind nachvollziehbar, der Eintrag wurde noch einmal etwas modifiziert, damit es klarer wird. Die obigen Aussagen gelten keinesfalls pauschal, immer und für alle Autisten und NTs – das sollte auch nicht ausgesagt werden.
        Ich hoffe, so ist es nun klarer?

         
    • dualesseinzwei

      15. Dezember 2013 at 12:18

      Hallo leidenschaftlichwidersynnig,

      deine Fragen sind richtig. Sogenannte NTs sind genauso wenig selbstverständlich zu Hause wie sogenannte Autisten, haben ähnliche oder ganz andere Probleme. Die Beschreibung der Idee wurde angepasst, um genau diesen Missverständnissen vorzubeugen. Es soll hierbei nicht um eine Generalisierung gehen. Ganz im Gegenteil, es ist das Protokoll der Annäherung zweier Individuen, die in Bezug auf Denk- und Wahrnehmungsstrukturen soweit auseinanderliegen, dass sie sich schon fast wieder nahe kommen.
      Liebe Grüße
      Platon

       
      • leidenschaftlichwidersynnig

        20. Dezember 2013 at 8:36

        Ich hab ja schon geschrieben, dass ich dennoch sehr gespannt bin. Und sie ist wirklich toll gelungen, diese Gegenüberstellung. Ich denk mir immer einen dritten Teil: den einer Begleiterin, die dem Autistischen nahesteht….
        Allerdings sind wir nie auf so verständige Ärzte getroffen, leider.

         
      • dualessein

        20. Dezember 2013 at 8:40

        Bezüglich Ärzten habe ich die Erfahrung eines mangelnden Verständnisses auch gemacht. Leider.

         
  2. Ismael Kluever

    14. Dezember 2013 at 9:52

    Ich bin sehr gespannt und hoffe auf viele interessante Gedankenanstöße und kreative Ideen für die Gestaltung des Miteinanders! 🙂

     

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