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Autismus-Spektrum-Störungen (DSM-V)

12 Dez

In den vergangenen Jahren hat sich im klinischen Bereich zunehmend der Begriff eines Autismus-Spektrums durchgesetzt. Die aktuelle fünfte Überarbeitung des im amerikanischen Raum herausgegebenen DSM-V* streicht die Unterscheidung zwischen dem Kanner- bzw. frühkindlichen Autismus und dem Asperger-Syndrom und benennt lediglich ein Autismus-Spektrum, das von leichten Einschränkungen bis hin zu schweren Beeinträchtigungen greift. Erstmals werden hier auch die von vielen Autisten beschriebenen Wahrnehmungsbesonderheiten explizit aufgegriffen.

Die Autismus-Spektrum-Störungen sind in vier Kriterien (A bis D) unterteilt.

An erster Stelle stehen dabei andauernde Defizite der sozialen Kommunikation und Interaktion (A), die sich nicht durch generelle Entwicklungsverzögerungen erklären lassen. Diese Defizite zeigen sich in den Bereichen
1. der sozial-emotionalen Gegenseitigkeit,
2. des nonverbalen kommunikativen Verhaltens in der sozialen Interaktion,
3. und beim Eingehen und Aufrechterhalten von Beziehungen entsprechend dem Entwicklungsstand (Bezugspersonen ausgenommen).

Dem folgen restrikitve, repititve Verhaltens-, Interessen- und Aktivitätsmuster (B). Diese müssen sich in mindestens zwei der folgenden Bereiche zeigen:
1. Stereotypes oder repetitives Sprechen, Bewegungen oder der Gebrauch von Objekten (z. B. Wortwiederholungen, motorische Stereotypien, etc.).
2. Exzessives Festhalten an Routinen, ritualisierte Muster im verbalen und nonverbalen Verhalten oder exzessiver Widerstand gegen Veränderungen (z. B. Festhalten an gleichen Wegstrecken oder gleichem Essen, extreme Stressreaktion bei kleinen Veränderungen, etc.).
3. Hochgradig eingegrenzte und fixierte Interessen, die sich bezüglich Intensität und Thema nicht in einem normalen Rahmen bewegen.
4. Hyper- und/oder Hypo-Reaktivität auf diverse Sinnesreize (z. B. taktile Über- oder Unterempfindlichkeiten bezüglich Kälte, Hitze, Druck oder Schmerz; taktile Präferenz für bestimmte Stoffe; auditive Über- oder Unterempfindlickeit auf spezifische Geräusche; visuelle Über- oder Unterempfindlichkeit bezüglich Lichtquellen, sich drehenden Objekten, fließendem Wasser u. Ä.; gustatorische Über- oder Unterempfindlichkeit für Lebensmittel bzw. deren Konsistenz; olfaktorische Über- oder Unterempfindlichkeit für Gerüche, was teils zu exzessivem Riechen an Objekten führt; etc.)

Alle Symptome müssen seit frühester Kindheit vorhanden sein, allerdings ist es möglich, dass diese erst offensichtlich werden, wenn die sozialen Anforderungen des Umfelds die Kompensationsmöglichkeiten übersteigen (C).

Und zuletzt müssen die Symptome den Alltag und das alltägliche Funktionieren insgesamt begrenzen und beeinträchtigen (D).

* Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen

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Verfasst von - 12. Dezember 2013 in Informatives

 

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